Gabriele Stötzer – Der lange Arm der Stasi

1. April: Lesung und Buchvorstellung mit der Autorin und Künstlerin Gabriele Stötzer und der Herausgeberin Anne König (Spector Books)

Mit anschließendem Film-Programm:

– Liebe, Lust und Widerstand (BRD 1991, 30 Min., digital, SWR)

– Signale (DDR 1989, 25 Min., digital, Frauengruppe Erfurt)

“Die Künstlerin Gabriele Stötzer war das Kraftzentrum des lebendigen Untergrunds in Erfurt. Sie selbst saß nach der Biermann-Ausbürgerung 1976 in Untersuchungshaft und im Frauengefängnis Hoheneck. Ihre einjährige Haft führte aber nicht zum Verstummen. Nach ihrer Freilassung leitete sie eine Untergrundgalerie und gründete eine Künstlerinnengruppe. Am 4. Dezember 1989 besetzte sie als erste gemeinsam mit Gleichgesinnten das Gebäude der Staatssicherheit in Erfurt. Nach über 25 Jahren hat Gabriele Stötzer in den Archiven der Stasi zu ihrer eigenen Vergangenheit und der weiterer 32 Künstlerkollegen geforscht. Sie hat einen sachlichen Text über die unterschiedlichen Formen der Observation geschrieben, die die innere Logik der Überwachungsbehörde freilegen. Originaldokumente aus den Akten, Fotografien aus dem Untergrund sowie Found Footage aus der Zeit der 1960er bis 1980er Jahre ergänzen ihren Text.” (Spector Books)

Termin: Samstag 01. April 2023

Uhrzeit: 17:00 – 21:00 Uhr

Planten un Blomen // Teehaus Große Wallanlagen

Holstenwall 28 20355 Hamburg

Eintritt ist kostenfrei.

Anmeldung unter: der-lange-arm-der-stasi(at)gmx.de

Eine Kooperation der Landeszentrale für politische Bildung mit dem B-Movie. Kuratiert von Judith Behre und Florian Bräunlich

Lesung und Gespräch: »Poussi« von Cecilia Joyce Röski

Datum: 23.03.2023 19:30
Ort: BARBONCINO Zwölphi, St. Pauli Fischmarkt 27, 20359 Hamburg

Der Hoffmann und Campe Verlag präsentiert im Barboncino Zwölphi am 23.3. 2023 die Buchvorstellung mit Cecilia Joyce Röski. Wir sind mit einem Büchertisch dabei!
Moderation: Siri Keil.
Beginn: 19.30 Uhr , Eintritt: Abendkasse 6,00 €

Ibli ist Anfang zwanzig und wohnt und arbeitet im Palast, einem einst glanzvollen Bordell, das ihrem Vater gehörte. Iblis Vater, das ist Lackschuh. Zu Hochzeiten des Palastes führte er ein ausschweifendes Leben, nun verfolgt ihn der Bankrott. Seine Tage verbringt er – längst der Sucht verfallen – am Spielautomaten. Ibli aber sehnt sich nach einem selbstbestimmten Leben, in dem sie mit ihrer besten Freundin in einer Wohnung Tee trinkt. Als es im Palast zu einem folgeschweren Streit kommt, ergreift Ibli die Flucht nach draußen und ist plötzlich die Fremde.
Cecilia Joyce Röski, geboren 1994 in Schleswig-Holstein, studierte am Literaturinstitut in Leipzig. Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften, u.a. in Edit, Bella Triste und Metamorphosen. Cecilia Joyce Röski schrieb das Drehbuch der historischen Webserie »Haus Kummerveldt«, die 2023 in der arte-Mediathek zu sehen sein wird. Für das Romanprojekt »Poussi« wurde Cecilia Joyce Röski mit dem Retzhof-Preis für junge Literatur 2020 ausgezeichnet und mit einem Arbeitsstipendium des Fritz-Hüser-Instituts für Literatur und Kultur der Arbeitswelt gefördert.

Hamburg Animation Club #4: Insekt / Animated Dreams

Datum: 23.03.2023 19:30 bis 23.03.2023 21:00
Ort: Metropolis Kino, Kleine Theaterstr. 10, 20354 Hamburg

In der Veranstaltungsreihe präsentiert der Autor und Filmemacher Till Penzek zusammen mit dem Metropolis Kino Hamburger Animationskünstler:innen und ihre Filme. In Gesprächen werden Blicke hinter die Kulissen individueller Projekte geworfen und dabei Arbeitsweisen und künstlerische Positionen beleuchtet. Der Hamburg Animation Club bietet dem Animationsfilm in Hamburg in all seinen Facetten eine Plattform und schafft ein Netzwerk für Kreative und Interessierte.

»Insekt« –Independent Comic Verfilmung

Der 30-minütige Animationsfilm Insekt (2021) ist die Adaption der gleichnamigen Graphic Novel des Hamburger Comiczeichners Sascha Hommer. Marcin Podolec hat den Film mit seinem Trickfilmstudio Yellow Tapir Films im Verlauf von vier Jahren aufwändig und mit Liebe fürs Detail umgesetzt. Im Zentrum der Geschichte steht der Junge Pascal. In seiner geheimnisvollen und düsteren Heimatstadt bleibt vieles im Verborgenen — auch Insekten haben sich im Schutz der allgegenwärtigen Dunstglocke unter die menschlichen Bewohner gemischt. Pascal wird schließlich mit einem Geheimnis konfrontiert, das sein Leben für immer ändern wird …
Sascha Hommer stellt seine Graphic Novel »Insekt«  und dessen Verfilmung vor und wird über die Entstehungsgeschichte und die Hintergründe dieses einzigartigen Projektes sprechen. tapir.tv/insect
Wir sind mit einem Büchertisch vor Ort und bieten „Insekt“ als auch andere Comics von Sascha Hommer an.

»Animated Dreams« – Animationsfilme von Studierenden der UE

In dem Seminar »Animated Dreams« an der University of Europe unter der Leitung von Prof. Maike Mia Höhne und Prof. Till Penzek haben sich Studierende mit dem Thema Träume auseinandergesetzt. Wir zeigen eine Auswahl der entstandenen
Arbeiten und sprechen mit den Filmemacher:innen über ihre Perspektiven auf die Welt der Träume.

Zu Gast: Sascha Hommer sowie Studierende des Studiengangs Film & Motion Design der University of Europe. Moderation: Till Penzek. Büchertisch von Strips & Stories.

Gemeinsam Geschichte zeichnen! Comic-Workshop zu NS-Zwangsarbeit

18.10.2023 10:00 Uhr Bildungsurlaub, Weiterbildung, Workshop
Anmeldung bis 24.9.

Informationen zum Workshop und Anmeldung.

Anlässlich der Sonderausstellung „Luise. Archäologie eines Unrechts“ bietet der dreitägige Workshop die Möglichkeit, sich dem Thema Zwangsarbeit im Nationalsozialismus durch Information, Diskussion und Zeichnen anzunähern.

Gemeinsam werden die Teilnehmenden sich mit der Geschichte des polnischen jugendlichen Zwangsarbeiters Walerian Wróbel beschäftigen und dazu unter Anleitung der Comiczeichnerin Elke R. Steiner Bildsequenzen erstellen. Die Potentiale, Begrenzungen und Herausforderungen von Geschichtsvermittlung durch das Medium Comic werden dabei reflektiert und diskutiert. Der Kurator der Ausstellung, Stefan Weger, gibt eine Einführung in die Ausstellung und ihren Entstehungsprozess.

Die Teilnahme ist kostenlos.

Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Bei Bedarf kann ins Englische übersetzt werden. Die Veranstaltung ist in Berlin als Bildungsurlaub / Bildungszeit anerkannt.

Maximal 12 Teilnehmende.

Der Workshop findet im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide statt.

Anmeldung (bis 24.9.) und Fragen:

bildung-sw(at)topographie.de

Tel.: 030 6390288 01

Jetzt bewerben beim Ginco-Award 2023

Zwischen dem 1.3. und 31.3.2023 ist eine Bewerbung für den GINCO-Award möglich. Die Auszeichnung ist mit einer Summe von insgesamt 1.500 € dotiert, die in 3 bis 5 vom Preiskomitee festgesetzten Kategorien vergeben werden.
Alle Infos finden sich unter diesem Link.

(Profilbild: Cover von „Warnebi“ von Wiebke Bolduan. GINCO-Gewinnerin 2022 in der Kategorie „Bester Comic im Selbstverlag“).

Was ist GINCO?

GINCO steht für „German Inclusive / Independent Comic“. Der Award dient der Anerkennung und Auszeichnung von Comicschaffenden, die über Self-Publishing, in Kleinverlagen und auf Plattformen für „Creator-Owned“ Content und auf ähnlichen Wegen ihre Werke veröffentlichen. Wie bereits im Vorjahr ist der Preis erneut mit einer Summe von insg. 1.500€ dotiert, die in 3 bis 5 vom Preiskomitee festgesetzten Kategorien vergeben werden.

Der GINCO-Award lädt alle Spielarten und Formate von Comic ein, sich zu bewerben.
Damit ergänzt und vervollständigt er bestehende Auszeichnungen und Strukturen im Comicbereich um eine gemeinsame Bühne, auf der zum Beispiel keine Trennung zwischen digital und analog, Comic und Manga besteht.
Das Ziel ist eine höhere Sichtbarkeit für Newcomer*innen und die Schaffung eines Markenzeichens, das neue Leser*innen einlädt, sich inhaltlicher und stilistischer Vielfalt zu öffnen und zu unterstützen.

Der GINCO-Award strebt an, sich stets zugunsten seiner Zielsetzung weiterzuentwickeln. Dies kann die Preiskategorien, das Preiskomitee, die Art des Preises oder der Preisverleihung betreffen.

Konzept und Zielsetzung des GINCO-Awards wird von Comic Solidarity, dem Feministischen Comic Netzwerk, Künstler*innen der Manga-Szene und verschiedenen interdisziplinären Akteur*innen entwickelt und umgesetzt.
Die Organisation wird durch freiwilliges Engagement ermöglicht. Das Preisgeld wird durch Spenden und Fördermitgliedschaften finanziert.

Das sind die Teilnahmebedingungen:

  • Digitale Einreichung
  • Indie-Künstler*innen
  • Veröffentlichung zwischen 1.1.2022 und 31.12.2022 (bei Webcomics betreffender Abschnitt in dem Zeitraum)
  • visuelle Erzählung (Comic, Bilderbuch, animierter Comic, Zine, etc.)
  • gedruckt, ausgestellt oder online veröffentlicht
  • Selbstpubliziert oder veröffentlicht bei einem Independentverlag, oder einer akademischen Institution; auch Projekte von Vereinen oder Netzwerken möglich
  • Sprache: Deutsch oder Englisch (bei anderen Sprachen mit entsprechender Übersetzung, z.B. per Untertitel)
  • Datei muss RGB-formatiert sein (kein Druck-PDF)

    Falls Ihr eurem Langformat-Webcomic, der vielleicht schon mehrere Jahre läuft, eine bessere Chance geben wollt, vom Komitee richtig verstanden und wahrgenommen zu werden, könnt ihr überlegen, eine Zusammenfassung der Geschichte und einen Überblick über die Charaktere mit abzugeben oder online zu hinterlegen.

    Analoge Formate haben zusätzlich die Möglichkeit, eine Dokumentation ihres „Packagings“ mit einzureichen, sprich Fotos, um z.B. auf Sonderfarben, Gebinde, Extras o.ä. hinzuweisen.

Hamburger Literaturpreise 2023: Erhöhung des Preisgeldes und neue Kategorie

Autor*innen, Übersetzer*innen und natürlich auch Comic-Zeichner*innen können sich ab sofort bewerben!

Für die Hamburger Literaturpreise, das Förderprogramm für Literatur der Behörde für Kultur und Medien, werden die Preisgelder ab 2023 um ein Drittel erhöht. Die drei Preise für literarische Übersetzungen sind mit 4.000 Euro dotiert, die weiteren neun Preise für Literatur und Comic mit 8.000 Euro. Zuvor betrugen die Preisgelder 3.000 Euro bzw. 6.000 Euro. Insgesamt werden in diesem Jahr 84.000 Euro über den Literaturwettbewerb vergeben. Erstmals wird in Kooperation mit der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius auch ein Sachbuch ausgezeichnet, so dass die Hamburger Literaturpreise nun in acht Kategorien verliehen werden: Buch des Jahres, Sachbuch des Jahres, Roman, Erzählung, Lyrik/Drama/Experimentelles, Kinder- und Jugendbuch, Comic und literarische Übersetzungen. Die Bewerbungsfrist endet am 30. Juni 2023.

Die Behörde für Kultur und Medien fördert mit den Hamburger Literaturpreisen Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzer sowie Zeichnerinnen und Zeichner, die in Hamburg oder im Gebiet des Hamburger Verkehrsverbundes ihren ersten Wohnsitz haben. Über die Vergabe entscheidet eine unabhängige fünfköpfige Jury, die jedes Jahr neu zusammengestellt wird. Die Vergabe des Comic-Preises wird vom Hamburger Comicfestival e. V. begleitet, der 2023 die Journalistin und Leiterin der Comic Invasion Berlin Lara Keilbart als Expertin in die Jury entsendet. Für die Kategorien „Buch des Jahres“ und „Sachbuch des Jahres“ sind keine Eigenbewerbungen möglich. Das Preisgeld für das „Sachbuch des Jahres“ stiftet die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 284 Bewerbungen für den Wettbewerb eingereicht. Claudia Schumachers Roman „Liebe ist gewaltig“ wurde als „Buch des Jahres“ ausgezeichnet, „Apropos Elbe“ von Antonia Kühn gewann in der Kategorie Comic. Der Senator für Kultur und Medien Dr. Carsten Brosda verleiht die Auszeichnungen am 4. Dezember 2023 im Literaturhaus Hamburg.

Die Bewerbung erfolgt über den Online-Dienst der Behörde für Kultur und Medien.

Die vollständige Ausschreibung sowie die Bewerbungsunterlagen gibt es unter www.hamburg.de/bkm/literaturpreise oder www.literaturinhamburg.de/literaturpreise.php

Open Call Bremer Zine Festival 2023

Kulturnetz e.V., die Hochschule für Künste Bremen sowie die Städtische Galerie Bremen laden zur Teilnahme am Bremer Zine Festival 2023 ein.
Das Festival ist offen für Grafik und Kunstzines, DIY-Comics aber auch Text und Literaturzines. Daneben sind Fanzines zu den unterschiedlichsten Themen willkommen.
Comic-, Zine- und Heftmacher*innen aus der Region, Deutschland und auch darüber hinaus, haben an drei Tagen die Gelegenheit ihre Hefte, Bücher, Drucke, Karten, Klapp-, Falt-, Schau- und Lesearbeiten den Besucher*innen im Rahmen einer Messe zu präsentieren und auch zum Kauf anzubieten. Angesprochen sind sowohl einzelne Heftmacher*innen und  Künstler*innen, aber auch Gruppen und Kollektive sowie Kleinstverlage.
Veranstaltungsort der Zinemesse mit seinen über 50 Aussteller:innen ist die am Werdersee gelegene Städtische Galerie Bremen mit ihren 780 qm Ausstellungsfläche in der Bremer Neustadt.
Während des Festivals findet ein kulturelles Rahmenprogramm aus Lesungen, Vorträgen, Performances und einem Comic Battle statt. Veranstaltungsorte für das Rahmenprogramm sind die im gleichen Gebäude befindliche Musiker Initiative Bremen sowie das wenige Fußminuten entfernte Kulturzentrum Kukoon.

Interessent:innen bewerben sich bis zum 14. Mai 2023 über das Formular auf der Webseite des Festivals.

Gebeten wird um einen kurzen Infotext und mindestens 3 Bilder für die weitere PR zur Verwendung im Internet und auf Instagram sowie eure Kontaktdaten.

Nach Sichtung der Bewerbungen bekommen am 22. Mai (Notification Date) alle Bewerber:innen eine Rückmeldung per E-Mail. Die eingeladenen Austeller:innen erhalten alle weiteren Informationen und ihnen wird eine Bankverbindung übermittelt. Sobald die Standgebühr eingegangen ist, gelten die Plätze als reserviert.
Ggf. werden während des Festivals Gesundheits- und Hygieneregelungen implementiert.

Standgebühr

  • 40,00 € – Tisch (1,80 Meter * 0,8 Meter)

Bewerbung

Festival

  • 08.09. – 10.09.2023

Öffnungszeiten

  • Fr. 14 – 19 Uhr
  • Sa. 11 – 19 Uhr
  • So. 11 – 19 Uhr

Ort

Kulturnetz e.V.

Kontakt

Öffnungszeiten der Comicbibliothek

Die Comicbibliothek öffnet am 15. Januar wieder ihre Pforten:

„Liebe Comicfreund*innen,
wir öffnen wieder mal unsere Türen damit ihr an diesem Sonntag zum Lesen und Stöbern kommen könnt.

Unsere Tür im 4. Obergeschoss der Fabrique ist zu folgenden Zeiten geöffnet:
Sonntag, 15.01. von 12 bis 17 Uhr

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt ist Unser Bibliotheks-Team ist aufgrund von Arbeit, Leben, Familie, Pandemie, etc. leider mittlerweile ein wenig ausgedünnt und wir haben entsprechend Schwierigkeiten auch wirklich jeden 3. Sonntag am Start zu sein. Wenn ihr motiviert seid und Lust auf Comics und nette Menschen habt dann schreibt uns oder kommt gerne an einem der regelmäßigen Öffnungstage vorbei.
Bitte zuhause bleiben bei Erkältungssymptomen. Testet euch sonst vorher kurz. Ihr kennt das mittlerweile ja schon :)“

Ort: Fabrique im Gängeviertel, Valentinskamp 28 A

Schnuppertreffen des Comicgeheimclubs

Der im Umfeld der HAW entstandene Comicgeheimclub lädt ein zu einem Schnuppertreffen für alle Interessierten:
„Der Comicgeheimclub ist ein super geheimer Club, der sich 1x die Woche in Hamburg trifft, um Zeichner*innen zu ermöglichen, Comicprojekte zu besprechen und sich Feedback zu holen. Ein super Ort zum Vernetzen! Außerdem geben wir manchmal Lesungen oder stellen auf Messen aus.
Kommt vorbei, es ist alles kostenlos und die Leute sind lieb!“
Ort: Freiraum im Museum für Kunst Gewerbe (Steintorplatz)
Datum: 13. und 20. Januar um 15 Uhr

»Sprechende Bilder« – 11. Hamburger Graphic Novel Tage

Datum: 18.03.2023 18:00

Wir empfehlen den Besuch der Graphic Novel Tage im Literaturhaus Hamburg, verlosen Karten plus Streamingpässe und sind mit zwei Signierstunden bei uns im Laden selbst beteiligt. Das sehenswerte Programm findet sich komplett weiter unten in diesem Blogbeitrag. Neben internationalen Gästen gibt es erstmals auch ein Werkstattgespräch mit drei Hamburger Zeichner*innen, lasst Euch den Talk mit Ilka Sperling, Wiebke Bolduan und Noëlle Kröger nicht entgehen. Dieser Aufruf gilt im Grunde aber für alle Veranstaltungen.

Auch in diesem Jahr verlosen wir 2 x 2 Karten für jede Abendveranstaltung sowie 4 Online-Festivalpässe! Um Karten zu gewinnen, schreibt uns einfach eine Mail bis Montag, den 6. März um 12 Uhr und nennt uns die Veranstaltung, für die Ihr die Karten gewinnen wollt oder schreibt Streamingpass, wenn Ihr online mit dabei sein wollt. Wir drücken die Daumen!

13.3. 19 Uhr: Tom Gauld und Jörg Mühle – Über Übersetzung

VORAB: Signierstunde mit Tom Gauld bei Strips & Stories von 16 – 17 Uhr

Am ersten Abend treffen sich Tom Gauld aus London und Jörg Mühle aus Frankfurt am Main. Beide verbindet als Zeichner nicht nur der internationale Erfolg, sondern auch dass Mühle gerade Gaulds Bilderbuch »Der kleine Holzroboter und die Baumstumpfprinzessin« (Moritz) übersetzt hat. Gauld ist bekannt geworden durch seine Comicstrips über Liebe und Leiden für die Literatur, deren jüngster Band – »Die Rache der Bücher« – in diesem Februar von Christoph Schuler auf Deutsch übersetzt in der Edition Moderne erschienen ist. Wie übersetzt man seinen skurrilen Humor? Und denken Bildergeschichtenzeichner anders über ihre Texte nach, wenn sie ein Publikum gefunden haben, das weit über den eigenen Sprachraum hinaus geht?
Gauld zeichnet seit vielen Jahren für die englische Tageszeitung »The Guardian«. Mühle, unter anderem Autor der Bestsellerserie »Hasenkind« (Moritz), ist Mitglied der die deutsche Illustrationsszene prägenden Frankfurter Ateliergemeinschaft »Labor«.

14.3. 19 Uhr: Ika Sperling, Wiebke Bolduan, Noëlle Kröger – Ein Werkstattgespräch

Die Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften gilt seit langem als wichtigste Comicausbildungsstätte im Land. Dem tragen die Graphic Novel Tage mit einem eigenen Abend für drei Absolvent*innen Rechnung, konzipiert und mitmoderiert von Sascha Hommer, Dozent an der HAW und zentraler Akteur nicht nur der Hamburger Comicszene. Wiebke Bolduan, Noëlle Kröger und Ika Sperling stehen kurz vor der Publikation ihrer Comicdebüts, alle zudem bei Reprodukt, dem renommiertesten deutschen Autorencomicverlag.
Noëlle Kröger liefert mit der düsteren Erzählung »Meute« eine hochaktuelle Variante des Werwolf-Motivs. Gesellschaftliche Konventionen und die Möglichkeit, sie infrage zu stellen, stehen im Mittelpunkt dieser ausdrucksstark gezeichneten Fabel.
Ika Sperlings Debüt, das bislang noch keinen festen Namen hat, ist ein autofiktionales Familiendrama rund um Verschwörungsdenken. Wie kann die Familienstruktur aufrechterhalten werden, wenn der Vater sich zunehmend von feindlichen Kräften umgeben sieht?
Wie kann man sich selbst mit allen Schwächen akzeptieren? Diese Frage finden viele beantwortet in einem rätselhaften Buch, das genauso heißt wie Wiebke Bolduans Erzählung: »Viktoria Aal«. Wer aber ist diese fiktive Viktoria Aal, und ist der Hype um das Buch gerechtfertigt? Es hilft alles nichts, man muss in diesem Fall selbst nachlesen.

15.3. 19 Uhr: ZUZU und Paulina Stulin – Ohne Kompromisse

VORAB: Signierstunde mit ZUZU und Paulina Stulin bei Strips & Stories von 16 – 17 Uhr

Am dritten Abend sind zwei Zeichnerinnen bei den Graphic Novel Tagen zu Gast, die in jüngster Zeit Furore gemacht haben: ZUZU aus Rom und Paulina Stulin aus Darmstadt. Ihre Debüts – »Cheese« (Edition Moderne; Übersetzung: Ariana Pradal und Luigi Olivadoti) und »Bei mir zuhause« (Jaja) – sind umfangreiche Graphic Novels, die erzählerisch neue Wege einschlagen, um höchstpersönliche Geschichten zu erzählen. Und die beiden Nachfolgeprojekte, die im vergangenen Herbst ebenfalls bei den genannten Verlagen erschienen sind, haben gezeigt, dass sich diese Autorinnen nicht auf einem Erfolgsschema ausruhen: ZUZU hat für »Glückliche Tage« (Übersetzung: Denise Hofer) nicht nur einen ganz anderen Erzählton, sondern auch einen neuen Stil gewählt. Paulina Stulin hat »Freibad«, die jüngste Kinokomödie von Doris Dörrie, als Comic adaptiert – auf Wunsch der von »Bei mir zuhause« begeisterten Regisseurin und mit allen Freiheiten. Wie finden Comicerzählerinnen zur eigenen Bildersprache? Und wie können sie schon zu Beginn künstlerische Kompromisse vermeiden?

16.3. 12 Uhr: Workshop mit Paulina Stulin – Antworten auf komische Fragen

Paulina Stulin liebt es, komische Fragen zu stellen. Die Art von Fragen, bei denen einem auf Anhieb erst mal nichts einfällt, aber über die es Spaß macht, nachzudenken. Fragen, die man sowohl mit weltanschaulichen Offenbarungen als auch mit einem Witz beantworten kann. Fragen, durch die man sich kennenlernt.
In diesem Workshop wird Paulina Stulin ihre Lieblingsfragen stellen, die maximal 12 Teilnehmenden werden sie zusammen diskutieren, schriftlich und/oder zeichnerisch beantworten und daraus ein Magazin kreieren, von dem alle ein Exemplar erhalten. Vorkenntnisse sind nicht vonnöten. Mitzubringen sind Papier und Stifte, mit denen man gerne zeichnet und schreibt (das Magazin wird schwarz-weiß gedruckt).

16.3. 19 Uhr: Émile Bravo und Flix – Mit »Spirou« Geschichte schreiben

Zum Abschluss der diesjährigen Graphic Novel Tage steht ein Klassiker des Genres auf dem Programm. Kein anderer Comic hat sich als so wandlungsfähig erwiesen wie die seit 1938 laufende Serie »Spirou«. Und kein Zeichner hat daran so großen Anteil wie Émile Bravo aus Paris, der schon zum siebzigsten Geburtstag der Reihe mit »Porträt eines Helden als junger Tor« gezeigt hatte, dass mit altbekannten Figuren ganz neu erzählt werden kann. 2018 begann er seinen vierbändigen Zyklus »Spirou oder: die Hoffnung« (Carlsen; Übersetzung: Ulrich Pröfrock), der ein Panorama von Widerstand und Kollaboration im Belgien des Zweiten Weltkriegs zeichnet.
Zusammen mit Bravo auf der Bühne ist sein Berliner Kollege Flix, der in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« den Comicstrip »Glückskind« publiziert, und als erster Deutscher auch ein Abenteuer für »Spirou« zeichnen durfte – ebenfalls vor historischem Hintergrund: »Spirou in Berlin« (Carlsen) spielt zur Zeit des Mauerfalls. Der Erfolg war so groß, dass Flix 2022 »Das Humboldt-Tier« folgen ließ, angesiedelt in der Weimarer Republik.

27.3. 19 Uhr: Comicxx mit Klasse – Abschlusspräsentation – Ein Comicprojekt für Migrantinnen und Migranten an Berufsschulen (Eintritt frei)

Dass Comics sprechende Bilder sind, haben sich die 24 jungen Migrantinnen und Migranten zunutze gemacht, die im letzten Schulhalbjahr an »Comixx mit Klasse«, dem Comicprojekt des Jungen Literaturhauses, teilgenommen haben. 
Die Schülerinnen und Schüler besuchen AvM-Dual-Klassen der Beruflichen Schule Anckelmannstraße (BS01) und der Beruflichen Schule für Medien und Kommunikation (BS17). Hier lernen sie Deutsch und werden auf ihren Schulabschluss vorbereitet. »Comixx mit Klasse« bringt Kreativität in den zielorientierten Schulalltag und zeigt Möglichkeiten, wie mit Wort und Bild teils auch Komplexes erzählt werden kann. Denn mit Comics können die Jugendlichen auch Dinge ausdrücken, für die ihnen die richtigen Worte vielleicht (noch) fehlen.
Wie sie das am besten tun, haben ihnen die Hamburger Comicautorin Birgit Weyhe sowie der Comicautor Sascha Hommer gezeigt. Es sind wütende und traurige Geschichten von Krieg und Abschied entstanden, aber auch hoffnungsvolle und fröhliche von Liebe und Freundschaft oder vom ganz normalen Alltag in unserer Stadt. Jeder einzelne Comic berührt auf seine eigene Weise und ist ein Dokument unserer Zeit. 

Veranstalter / Veranstaltungsort
Literaturhaus e. V.
Schwanenwik 38 , 22087 Hamburg
T 040.22 70 20 -0, info@literaturhaus-hamburg.de

Eintrittspreise
Saalticket: € 12,– / 8,–
Festivalticket: € 35,– / 20,–
Freier Eintritt für Studierende an der Abendkasse
Streamingticket: € 6,– / Festival-Streamingticket: € 18,–
Workshop: € 25,–

Kartenverkauf
Vorverkauf ab 15. 2. 2023
Karten sind erhältlich an allen bekannten Reservix-Vorverkaufsstellen, im Onlineshop literatur-hamburg.reservix.de, bei der Hotline 0761.88 84 99 99, in der Buchhandlung Samtleben sowie ggfs. an
der Abendkasse. Die Abendkasse öffnet um 18.00 Uhr.
Streamingtickets erhalten Sie bis zum Beginn der Veranstaltung. Nach der Veranstaltung bleibt der Stream 72 Stunden verfügbar. Achtung: Das Festivalticket ist nur bis Montag, 13. 3., 19.00 Uhr, erhältlich.

Unsere zehn Lieblingstitel 2022

Was war das wieder für ein crazy Comicjahr! So viele beeindruckende Neuveröffentlichungen. Da fällt die Auswahl sehr schwer. Die Liste könnte auch locker 30 Titel umfangen. Hier wollen wir euch zehn Titel ans Herz legen, die uns ganz besonders berührt haben und die Eure Aufmerksamkeit verdienen, falls Ihr sie bisher verpasst haben solltet.

Gesine:

»Madame Choi und die Monster« – Sheree Domingo & Patrick Spät (Edition Moderne) _ Hach, was für ein Comic! Und nicht nur einer – es ist auch noch ein Comic im Comic. Das Buch ist wunderschön gestaltet – mit Poster als Umschlag und mit einer Optik, die perfekt zum Inhalt passt. Mit Liebe zum Detail. Toll recherchiert und geschrieben und für alle Leute, die sich für Zeitgeschichte interessieren ein Muss.

»Baby Blue« – Bim Eriksson (Luftschacht) _ Als Margarete Atwood Fan bin ich natürlich immer interessiert an dystopischen Geschichten. In diesem Comic aus Schweden ist die pandemische Grundstimmung und die damit einhergehende Beschäftigung mit unser aller psychischer Gesundheit klug in einen rasanten Thriller verpackt. Inklusive Widerstandsbewegung und anderer wichtiger Themen.

»Mina« – Matthew Forsythe (Rotopol) _ Ein entzückendes Buch. Mina ist ein kleiner Buchnerd, sehr schlau und leicht introvertiert (und eine Maus). Aber wenn da doch was nicht stimmt in der Außenwelt, dann muss man die Nase auch mal aus dem Buch und das Leben in die Hand nehmen. Ich weiß nicht, wer von diesem Titel ungerührt bleiben kann. Jedenfalls niemand der/die gerne liest.

»Mithu Sanyal über Emily Brontë« – Mithu Sanyal (Kiepenheuer & Witsch) _ In diese neue Reihe »Bücher meines Lebens« (Hrsg. Volker Weidermann) habe ich erst nur mit halben Auge hineingestöbert, nur um völlig begeistert wieder daraus aufzutauchen. Was für ein Buch! Es verbindet neue, kluge Interpretationsansätze mit persönlicher Liebe zu diesem Werk. Gossip und symphatisches Nerdtum stehen gleichberechtigt neben fundierter Literaturanalyse und Gesellschaftskritik. Das Teilen von so viel Liebe zum Lesen lässt einen nur staunend und neugierig zurück. Natürlich stecke ich jetzt selber Mitten in Heathcliffs und Cathys Jahrhundertdrama, höre den ganzen Tag Kate Bush und will unbedingt nochmal »Wuthering Heights« von Andrea Arnold gucken.

»Es gibt nur uns« – Moritz Wienert (Jaja Verlag) _ Ein Mensch, ein Schwein und eine Ziege versuchen sich den Traum von Gemeinschaft und Autarkie zu erfüllen. Diese aufs wesentliche reduzierte Geschichte vom Scheitern mit Ansage entlarvt mit bissigem Humor das irritierende Verklären des Landlebens. Es war nicht alles schön! Ein gute Erweiterung des Themas, wenn man zb gerne »Bodentiefe Fenster« von Anke Stelling gelesen hat.

Hans:

»Ducks« – Kate Beaton (Drawn & Quarterly) Um ihre Studienkredite abzubezahlen arbeitete Kate Beaton für zwei Jahre in den „Oilsands“ im kanadischen Alberta. Diese Zeit beschreibt sie in „Ducks“ schonungslos, aber ohne moralischen Unterton. Das teilweise harte Buch überzeugt auf mehreren Ebenen, erzählt kanadische Geschichte ebenso wie das Leben einer armen Studentin aus Nova Scotia. Fragen nach den gesellschaftlichen Verhältnissen, die dem zugrunde liegen, stellen sich fast zwangsläufig.
(Scheinbar scheint die ehemalige Mitgliedschaft in der Ateliergemeinschaft „Pizza Island“, mit z.B. Julia Wertz oder Lisa Hanawalt, auch Jahre danach fast automatisch zu herausragenden Comics zu führen).

»Dog Biscuits« – Alex Graham (Fantagraphics) Begonnen als Instagram-Soap in Coronazeiten wurde aus den kurzen Episoden ein dicker Wälzer, der das Drama um Gussy, Rosie und Hissy beschreibt. Graham meinte, sie hätte verschiedene Anteile ihrer Persönlichkeit in drei Figuren gepackt und diese (während der Pandemie) miteinander kommunizieren und interagieren lassen. Dass dabei sehr schöne und witzige, aber ebenso auch ziemliche dumme und tragische Momente herauskommen, verwundert nicht. Diese Widersprüchlichkeiten muss man erst mal so gut erzählt bekommen. Und nicht nur um die Liebe und das Leben geht es, auch politisch findet das alles nicht im luftleeren Raum statt.

»Acting Class« – Nick Drnaso (D&Q – Aufbau) „Sabrina“, der ausgezeichnete Vorgängerband von Nick Drnaso war kein Zufallstreffer, auch mit seiner neuen Graphic Novel werden Standards gesetzt. Literarisch könnte man das Werk nennen, die komplexen Beziehungen der vielen Charaktere (eine befreundete Comickünstlerin zeichnete die Figuren und ihre Verbindungen auf eine Übersichtsseite, um den Durchblick zu behalten) entwickeln sich ständig weiter. Manch soziologische Arbeit hat weniger über die aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen zu sagen. Das Bedürfnis nach Erlösung, der Hang zu Verschwörungstheorien, die gesellschaftliche Isolation der Menschen und viele andere Fragen werden thematisiert. Ein großer amerikanischer Comicroman.

»Who will make the Pancakes« – Megan Kelso (Fantagraphics) In variierenden, oldschoolig cartoonhaften, aber immer frischen Zeichenstilen präsentiert Megan Kelso kurze Geschichten, die in ihrer Intensität und Tiefe an die Romanautorin Alice Munro erinnern. Auf nur wenigen Seiten erfährt man Kluges und Nachdenkliches über die verworrenen, schönen und traurigen Seiten des Lebens. Es sind zudem sehr warme Geschichten ohne sich dem Kitsch auch nur zu nähern.

»Starkes Ding« – Lika Nüssli (Edition Moderne) Die Schweizer Künstlerin hat ein Buch über die Kindheit ihres Vaters gezeichnet, der als junger Bub an einen Bauernhof „abgegeben“ wurde, um dort zu schuften. Die Armut schien die Familie zu diesem Schritt zu zwingen. Nüssli gelingt es dabei, diese Zeit in Bilder zu fassen, die der Sprachlosigkeit dieser Generation entsprechen. Gleichzeitig erzählt sie mit reduziertem Strich sehr viel über die körperlichen Strapazen und emotionalen Herausforderungen, aber auch darüber, dass man seinem Schicksal nicht hilflos ausgeliefert sein muss. Ein tolles Buch jenseits von jeglicher Verklärung.

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