Austellung: ANNA HAIFISCH BIS HIERHIN LIEF’S NOCH GUT

Wir empfehlen den Besuch der Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe. Bei der offiziellen Eröffnung am 5. Juni 2024 ab 19 Uhr sind wir mit einem Büchertisch dabei.
Die Ausstellung läuft vom 6. Juni bis zum 20. Oktober 2024.

„Bis hierhin lief’s noch gut“ – so lautet der Titel der Einzelausstellung der international bekannten Illustratorin und Comiczeichnerin Anna Haifisch (* 1986), die vom 6. Juni bis 20. Oktober 2024 im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) präsentiert wird. Mit rund 300 Werken gibt die Ausstellung einen umfassenden Einblick in das vielfältige kreative Schaffen von Anna Haifisch: Zu sehen sind
Illustrationen, Drucke, Comics und Zeichnungen sowie von ihr gestaltete Designprodukte. Im Fokus der Zusammenschau von freien und angewandten Arbeiten stehen der künstlerische Entstehungsprozess und die Präsentation neuer Werke wie die Serie „Ready America“ sowie eine zur Ausstellung entstandene Neuproduktion.

Charakteristisch für Anna Haifischs Gestaltung ist das Zusammenspiel von expressiver Farbgebung und fragilem Strich. Ihre Erzählungen zeichnen sich durch den humorvollen wie virtuosen Umgang mit
popkulturellen Versatzstücken aus. Haifisch sieht sich in der internationalen Tradition der sogenannten Funny Animals wie Snoopy aus Charles M. Schulz‘ „Peanuts“ oder der Zeichentrickserie „Looney
Tunes“, die ihr als Inspirationsquelle dienen. In ihren Zeichnungen blicken menschenähnliche, vordergründig harmlose Tierfiguren allegorisch auf die Absurditäten des Lebens. Die scheinbare Albernheit kippt dabei mitunter in eine düstere Melancholie. Die Künstlerin spielt mit visuellen und narrativen Codes aus Design, Comic- und Kunstgeschichte und erschafft somit eine eigenständige
Gestaltungssprache.

BIOGRAFIE
Anna Haifisch (* 1986 in Leipzig) studierte Illustration an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. 2015 erschien ihr erstes Buch „Von Spatz“ (Rotopol), 2016 und 2017 folgen die ersten
Bände der Comicreihe „The Artist“ (Reprodukt). Zuletzt veröffentlichte sie gemeinsam mit Stefanie Leinhos „Gnocchi Gnocchi – who’s there?“ (Colorama, 2020), „Residenz Fahrenbühl“ (Spector Books, 2021), „The
Artist: Ode an die Feder (Reprodukt, 2021) sowie „Chez Schnabel“ (Spector Books, 2022). Ihre Publikationen werden international in mehreren Sprachen verlegt.

Haifisch zeichnete zudem Comicserien für das New Yorker Museum of Modern Art und die US-amerikanische Website VICE.com. Ihre Illustrationen erscheinen zum Beispiel in Texte zur Kunst, The New
Yorker, The Guardian, Süddeutsche Zeitung Magazin, Le Monde, Die Zeit und GUD. Glossary of Undisciplined Design. 2020 wurde Anna Haifisch mit dem Max und Moritz Preis als „Beste deutschsprachige Comickünstlerin“ ausgezeichnet. 2022 erhielt sie für „Chez Schnabel“
die Silbermedaille als „best book design from all over the world“ der
Stiftung Buchkunst.

Anna Haifischs Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen ausgestellt, unter anderem im Kunstverein Erlangen, der Kunsthalle Osnabrück, im Museum der bildenden Künste
Leipzig, im Musée Tomi Ungerer – Centre international de l’illustration in Straßburg, im Museum Folkwang Essen und im Sprengel Museum Hannover.
Im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg waren ihre Arbeiten in den Ausstellungen „Tiere. Respekt/Harmonie/Unterwerfung“ (2018) und „Sesamstraße. 50 Jahre Wer, Wie, Was!“ (2023) zu sehen.

    Schnuppertreffen des Comicgeheimclubs

    Der im Umfeld der HAW entstandene Comicgeheimclub lädt ein zu einem Schnuppertreffen für alle Interessierten:
    „Der Comicgeheimclub ist ein super geheimer Club, der sich 1x die Woche in Hamburg trifft, um Zeichner*innen zu ermöglichen, Comicprojekte zu besprechen und sich Feedback zu holen. Ein super Ort zum Vernetzen! Außerdem geben wir manchmal Lesungen oder stellen auf Messen aus.
    Kommt vorbei, es ist alles kostenlos und die Leute sind lieb!“
    Ort: Freiraum im Museum für Kunst Gewerbe (Steintorplatz)
    Datum: 13. und 20. Januar um 15 Uhr

    LESUNG: Luka Lenzin – Nadel und Folie

    Datum: 08.09.2022 18:30
    Ort: MKG, Steintorplatz

    Die Veranstaltung ist eine Kooperation des MKG mit dem Comicfestival Hamburg und ist kostenfrei zugänglich.
    Wir von Strips & Stories sind mit einem Büchertisch vor Ort.

    Angetrieben vom Alltag als Hilfskraft in der Drogenberatung erzählt Luka Lenzin in der Graphic Novel „Nadel und Folie“ (Reprodukt) aus der Szene und die persönlichen Geschichten der Menschen. Aus einer Vielzahl flüchtiger Begegnungen entsteht so ein dokufiktionaler Tag in der Anlaufstelle. „Nadel und Folie“ beleuchtet den Umgang mit Drogen in Deutschland und in der Welt historisch und politisch. Sind individuelle Lebensläufe stets Spiegel ihrer Gesellschaften, so liegen dahinter auch all die Wege der Veränderung, welche mit dem Ende von Repressionen beginnen.

    Im Gespräch, das die Lesung einrahmt, möchten wir über unsere Beziehung zur niedrigschwelligen Drogenberatungsstelle am Besenbinderhof und über sogenannte Drogen und die Relevanz ihrer Legalisierung nachdenken.

    Call for Feminist Zines (with a hint of design) – Feministische Zines gesucht


    Ort: Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

    Bislang befindet sich kein einziges Zine in der Sammlung des Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G). Julia Meer, die neue Leiterin der Sammlung Grafik und Plakat, möchte dies ändern und bittet um Unterstützung. Gesucht sind Zines, die aus einer feministischen Haltung heraus entstehen. Gerne zu Themen wie Geschlechterverhältnisse und (Un)Sichtbarkeiten ­– gerne intersektional betrachtet –, Umgang mit und Aufbrechen von Gender-Stereotypen, Arbeit in Kollektiven und – sehr speziell – feministisches und queeres Design. 

    Als Museum für Gestaltung sind für das MK&G insbesondere Zines interessant, bei denen die (typo)grafische Gestaltung bemerkenswert ist. Dies meint keineswegs einen glatten, professionellen Stil, sondern experimentelle Druck-, Falt- und Collagetechniken, den Umgang mit und Auswahl von Bildern und Schrift oder eine bewusste Wahl des Papiers. Und auch das gezielte Erzeugen von Dissonanzen, Amateur- und D.I.Y.-Looks. 

    Im Januar 2023 eröffnet im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg eine Ausstellung zu feministischem Grafikdesign, in der u.a. Arbeiten der Guerrilla Girls gezeigt werden. Zines müssen als Medien der Selbstrepräsentation fester Teil der Ausstellung sein – und auch der Sammlung des MK&G, denn es ist wichtig, die darin greifbar werdenden Themen und Geschichten zu bewahren, auch und vor allem in Institutionen, deren Sammlungen klar von patriarchalen, bürgerlichen Strukturen geprägt sind. Das Museum bietet sorgfältige „auf ewig“ angelegte Bewahrung, Zugänglichkeit und das Bemühen um Sichtbarkeit (durch Ausstellungen und auf Wunsch die Sammlung Online). Im Rahmen der Ausstellung sind einige Zine-Workshops geplant.

    Wir bitten um Unterstützung, um ein möglichst breit gefächertes Spektrum von Autor*innen und Gestalter*innen sammeln zu können. Ideal wäre eine Einsendung mit Namen/Pseudonymen der Gestalter*innen und anderer wichtiger, beteiligter Personen sowie Entstehungsjahr und Ort bis zum 15. August an:

    Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
    z.H. Julia Meer
    Steintorplatz 1
    20099 Hamburg

    (Oder persönlich vor Ort, mit Kennenlernen und freiem Museumseintritt.)

    Die eingesendeten Zines können aktuell oder historisch sein. Sie sollen in die Sammlung eingehen und mindestens in Teilen in der nächsten Ausstellung zu sehen sein (es können gerne Angaben gemacht werden, ob eine „Hands-on“-Nutzung in der Ausstellung erwünscht ist). Falls uns sehr große Mengen an Zines erreichen, müssen wir ggfs. eine Auswahl treffen, es ist jedoch vorgesehen, eine umfang- und facettenreiche Sammlung anzulegen.

    Fragen und Anregungen gerne an:
    julia.meer@mkg-hamburg.de

    Chile ist aufgewacht! – Lesung mit der Illustratorin und Autorin Su Rivas

    Datum: 09.07.2022 14:30
    Ort: Freiraum im Museuem für Kunst und Gewerbe

    „¡Chile despertó!“ – “Chile ist aufgewacht!“ war der Slogan der sozialen Revolte, die im Oktober 2019 Tausende von Chilen*innen auf die Straße trieb. Ausgelöst durch eine Fahrpreiserhöhung im öffentlichen Nahverkehr, entwickelten sich Proteste von Schülerinnen zu einem Aufstand gegen 30 Jahre neoliberale Politik und das durch starke soziale Ungleichheit geprägte System des lateinamerikanischen Landes. In ihrem farbenfrohen Comic (Unrast Verlag, 2022) zeichnet die chilenische Illustratorin Su Rivas diesen historischen Prozess, der die Chance auf einen echten Neubeginn in sich trägt, Schritt für Schritt nach und weckt so Interesse, Empathie und Bewusstsein für die Situation der chilenischen Bevölkerung. Diesen Comic wird sie am 9. Juli 2022 im Rahmen einer multimedialen Lesung vorstellen. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, ein signiertes Exemplar zu erwerben!

    Diese Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Verein femrep e.V. durchgeführt. Der Eintritt in den Freiraum und die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos – kommt einfach vorbei!