Am 21. März um 18.00 Uhr ist Anna Deflorian bei uns im Laden zu Gast. Sie spricht über ihr bei Canicola erschienenes neues Comic „Roghi“, über italienische Comics, Musik und anderes. Danach wird ab 20.00 Uhr ihre Ausstellung „Burn Clear“ im Hinterconti in der Markstraße 40a eröffnet.
Zum Comic:
Eine geheimnisvolle Menschenjagd, die abartige Obsession dreier junger Cousinen, im Hintergrund das unablässige Rauchen von Fabriken – es ist eine düsteres Bild, das die 1985 geborene Anna Deflorian in der Erzählung “Roghi” von einer nicht näher bezeichneten Bergregion und ihren Bewohner zeichnet.
Erschienen in einer grossformatig angelegten Publikationsreihe des italienischen Verlags Canicola, ist das Debut der jungen Zeichnerin Werken bekannter KünstlerInnen wie Andrea Bruno, Anke Feuchtenberger und Gabrielle Giandelli an die Seite gestellt.
Die von Deflorian verwendete Mischtechnik darf als eklektische Reaktion gelesen werden auf die Strömungen im internationalen Comic der letzten Jahre. Zugleich aber entführt uns die Zeichnerin in ein artifiziell gehaltenes, spukhaftes Niemandsland, angesiedelt irgendwo zwischen den 1980er Jahren und einer noch ungewissen, nahenden Zukunft.
Wir freuen uns sehr auf diesen Abend.
21. März 2014 um 18.00 Uhr: Vortrag mit Anna Deflorian bei Strips&Stories, Seilerstraße 40 21. März 2014 ab 20.00 Uhr: Ausstellungseröffnung mit Anna Deflorian im Hinterconti, Markstraße 40a
Nach dem leider zu wenig beachteten Meisterwerk „Jenseits“ sind wir große Fans von Kerascoët. Auch der neueste Band, gelettert von Sascha Hommer, weiß wieder zu überzeugen: „In außergewöhnlichen Zeichnungen – reich an Bezügen zu Tausendundeiner Nacht und zur mittelalterlichen Buchkunst – präsentiert sich “Schönheit” als ebenso mitreißendes wie philosophisches Märchen voll rabenschwarzen Humors“ schreibt Reprodukt.
„Joann Sfars Vampir-Geschichten sind wunderbare Coming-of-Age-Märchen mit einem tüddeligen Slacker-Dracula, der alte Platten sammelt und von einer amourösen Katastrophe in die nächste stolpert. Mit einem bunten Reigen an Nebenfiguren, wie seinem Kumpel dem Werwolf, dem Baummädchen, Inspektor Mazock, dem fliegenden Holländer bilden die Geschichten um den Vampir das Zentrum des Sfarschen Universums. Mit einer unnachahmlichen Mischung aus Hintersinn, Fabulierlust, Humor, Melancholie und Philosophie liest Sfar das Gothik-Genre gegen den Strich.“ so schreibt es der Verlag und wir haben nichts hinzuzufügen.
Über die erste Comicverfilmung, die je auf dem Filmfestival in Cannes mit dem Hauptpreis, der ‚Goldenen Palme‘ ausgezeichnet wurde, konnte man schon sehr viel in den Feuilletons lesen. Im Dezember startet der Film nun auch hier in den Kinos. Dem großen Erfolg des Films haben wir es wohl zu verdanken, dass diese epische und ergreifende Liebesgeschichte zwischen den beiden Frauen Clémentine und Emma, die versuchen ihre Liebe zu leben – allen Anfeindungen, Attacken, Klassenunterschieden und Lebensvorstellungen zum trotz – ins deutsche übersetzt wurde. Die Autorin Julie Maroh erhielt für ihr Debut bereits 2010 den wohl wichtigsten europäischen Prix du Public auf dem renommierten Comic-Festival in Angoulême. Sie kritisierte den Film wegen des ihrer Meinung nach zu heterosexuellen Blicks scharf. Wie sie ihre Geschichte erzählt hat, können wir jetzt alle nachlesen.
Im Oktober war Ariel Schrag zu Gast in Bremen, Hamburg und Berlin und hat mit ihrer Slide-Show ihre Zuhörer_innen begeistert. Das Multitalent kann nicht nur zeichnen, erzählen und Drehbücher schreiben, sondern auch sehr gut performen. Bei uns jetzt wieder lieferbar und im Laden vorrätig das vielleicht beste Comic über das Erwachsenwerden und Coming-Out. Absolut lesenswert.
Es gibt Bücher, die man einfach gelesen haben muss. Man weiß es und schreckt doch vor ihnen zurück. Zu gewaltig, zu anspruchsvoll, zu ehrfurchtgebietend muten sie einen an. Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften ist solch ein Romankoloss: Man grüßt ihn artig, um sich dann blitzschnell aus dem Staub zu machen. Wer sich aber an dieses Gebirge von Buch herantraut, wird bald überrascht feststellen, wie leicht und amüsant es zu lesen ist, und sich wundern, warum er sich dieses Vergnügen so lange hat entgehen lassen (Suhrkamp Verlag).
Nominiert gleich mit zwei Veröffentlichungen und frisch ausgezeichnet in den Kategorien ‚Outstanding Artist‘, ‚Outstanding Anthology or Collection‘ und ‚Outstanding Series‘ bei den diesjährigen Ignatz Awards, empfehlen wir diese kleine Perle des Indie Comic-Künstlers Michael DeForge. Ein Riesenpektrum an Stilen und Erzählweisen, machen diesen Band zu einer Fundgrube an neuen Ideen.
Veröffentlicht in dem von uns sehr geliebten Verlag Koyama Press. Von denen wir weitere Titel im Programm haben.
Auch viele Titel der diesjährigen Nominierten findet ihr in unserem Sortiment.
Calvin & Hobbes Gesamtausgabe – Bill Watterson Carlsen, 1440 Seiten, bis 1. April 99,00 €, danach 149 €
Wer auf der Suche nach einem etwas größeren Geschenk ist, dem können wir die Gesamtausgabe von Calvin & Hobbes wärmstens an Herz legen. Eine der schönsten, schlauesten, lustigsten Serien der Comicgeschichte komplett in drei Bänden. Wir haben sie selbst zu Hause und werden uns davon nicht mehr trennen! Aufgepasst: der Verlag erhöht den Preis ab 1. April von 99 € auf 149 €.
Während der 24. Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg (15. – 20. Oktober 2013) ist die Künstlerin und Autorin Ariel Schrag (New York/USA) mit zwei Veranstaltungen in Hamburg zu sehen. Wir sind total begeisterte Fans ihrer Arbeiten und freuen uns sehr die Veranstaltungen auf dem Festival und die kleine Tour präsentieren zu dürfen. Das Ausnahmetalent Ariel Schrag (*1979) hat schon in sehr jungen Jahren mit ihren erzähltechnisch brillanten, autobiografischen Geschichten einen neuen Standard des Erzählens im Comic gesetzt. Als vielseitige Künstlerin veröffentlicht sie aber nicht nur Graphic Novels. Sie ist auch erfolgreiche Drehbuchautorin (u.a. für die HBO Serie ‚The L-Word‘), Bloggerin und ihr erster Roman steht kurz vor der Veröffentlichung. Die Produktionsfirma ‚Killer Films‘, die schon Meilensteine der queere Filmgeschichte ins Kino brachte (wie ‚Go Fish, ‚Boy’s Don’t Cry‘ oder ‚Ein Zuhause am Ende der Welt‘), hat sich die Rechte an der Verfilmung ihrer Graphic Novel ‚Potential‘ gesichert. Ariel Schrag adaptiert ihr Comic für das Drehbuch selbst.
Die 24. Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg zeigen eine 24-minütige Dokumentation über die Anfänge ihres Comic Schaffens und danach wird Ariel Schrag live einige ihrer Comic-Geschichten in einer herzzerreißend komischen und hochspannenden Lesung dem Publikum zum Besten geben. Die US-Amerikanerin tourte mit diesem Programm schon sehr erfolgreich durch die USA, Kanada und Europa. Wir freuen uns sehr, dass sie dieses Jahr Festival Gast ist und erneut nach Europa gekommen ist.
Am Tag darauf wird Ariel Schrag einen Workshop geben. Dort möchte sie mit den Teilnehmer_innen sowohl zu Techniken des Zeichnens, als auch des Erzählens arbeiten. Die Teilnehmer_innen Zahl ist auf 12 Plätze begrenzt. Kosten: 10 €, Anmeldung und weitere Infos über mail@lsf-hamburg.de oder im Filmtagebüro unter Tel.: 040-348 06 70. Bei Anmeldung steht ihr gleichzeitig auf der Gästeliste für das Programm „Confession And Comics“ am 18.10. um 16 Uhr im Metropolis.
Wir verlosen 3×2 Eintrittskarten für die Veranstaltung (Film&Slide Show). Schreibt bis zum 14.10. um 18.00 Uhr eine EMail an info@strips-stories.de und ihr nehmt automatisch an der Verlosung teil. Stichwort: Ariel
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am 18.10.2013 um 16.00 Uhr im Metropolis Kino Confession and Comics – Doppelprogramm Dokumentation & Slide Show daran anschließend Büchertisch von Strips & Stories und Signierstunde mit Ariel
am 19.10.2013 von 13.00 Uhr bis 15.30 Uhr bei Bildwechsel Workshop: Elements of the Graphic Novel
Weitere Tourdaten (Slide-Show)
17.10.2013 19.00 Uhr in Bremen im Kulturzentrum Paradox _ Bernhardstraße 10 – 12 veranstaltet vom Autonomen Feministischen Referat der Uni Bremen
21.10.2013 20.00 Uhr in Berlin im Südblock _ Admiralstr. 1-2 veranstaltet von Modern Graphics
Uncanny Valley with Ariel Schrag: Orange is the New Black Hasbian my ass
Vom 3. bis zum 6. Oktober findet das von uns gemeinsam mit vielen anderen organisierte Comicfestival Hamburg statt!
Dieses Jahr wartet das Festival mit einem erweiterten Programm auf — neben Ausstellungen, Künstlergesprächen, Lesungen und der Börse werden im Festivalzentrum im Kölibri zum ersten Mal auch Comic–Workshops sowie Lesungen für Kinder stattfinden.
Wir freuen uns auf die internationalen Gäste Rutu Modan, Peggy Adam und Geneviève Castrée. Die drei renommierten Comicautorinnen werden ihre neuen Graphic Novels in Einzelausstellungen präsentieren.
Den Auftakt begeht das Festival mit dem Magazin Strapazin, das in der aktuellen Ausgabe die Fernsehserien unserer Jugend feiert. Die Eröffnungsausstellung zeigt Strips von über 150 Zeichnern und eine exklusive TV-Helden-Galerie. In einer Gruppenausstellung der Comicklasse Prof. Feuchtenberger (DMI, HAW Hamburg) stehen »Tiere in Bildgeschichten« im Mittelpunkt, während sich der Verlag und das Illustratoren-Kollektiv Rotopol (Kassel) mit »The Ultimate Disaster Show« vorstellen wird.
Bereits ab dem 27. September werden Satelliten–Ausstellungen die Arbeiten junger Zeichner und Zeichnerinnen an Orten präsentieren, an denen man Comics nicht unbedingt erwartet: in Läden, Lokalen und Werkstätten an verschiedenen Orten in St. Pauli, Schanzen– und Karoviertel. Diese temporären Galerien können in geführten Rundgängen an den ersten beiden Festivaltagen erkundet werden. Wir haben in diesem Zusammenhang die Ehre, Anna Haifisch bei uns im Laden zu Gast zu haben.
Das Festival–Programm in der Übersicht mit allen Terminen auf einen Blick sowie als Programmzeitung online zum durchblättern.
Die Hamburger Comic-Künstlerin und Illustratorin Birgit Weyhe legt mit »Im Himmel ist Jahrmarkt« (avant-verlag) ihre dritte Graphic Novel vor. Nach »Ich weiß« (Mami Verlag) und »Reigen« (avant-verlag) beschäftigt sich die Künstlerin in ihrem aktuellen Comic stärker den je mit ihrer eigenen Familiengeschichte. Dabei entwickelt sie eine unkonventionelle, ganz eigene Erzählform, die von Beginn an fasziniert. Sowohl zeichnerischen, als auch erzähltechnisch ist das Comic einzigartig in seiner Form und gibt dem Genre »Biografie« einen neuen Impuls. Birgit Weyhe wird an diesem Abend etwas zur Entstehung ihres Comics und ihrer Arbeitsweise erzählen, das Comic präsentieren und auf Wusch auch gerne signieren.
Mittwoch, 18. September um 18.00 Uhr und um 21.00 Uhr – mit Kartenverlosung!
Vom 12.-21. September findet zum fünften mal das Harbour Front Literaturfestival statt. Wir freuen uns sehr, als Kooperationspartner des Festivals zwei großartige Veranstaltungen präsentieren zu können. Im Rahmen des Festivals richtet EUNIC-Hamburg – der Zusammenschluss der Kulturinstitute Instituto Cervantes, Institut Français, Istituto Italiano di Cultura und dem Goethe-Institut – einen Internationalen Graphic Novel Salon aus. Dazu haben sie renommierte Comic-Künstler und vielversprechende Newcomer zu einem moderierten Gespräch über ihre Arbeiten eingeladen.
Das ganze findet im Instituto Cervantes (Chilehaus, Eingang B, 1. Etage, Fischertwiete 1) statt. Der Eintritt beträgt 10 Euro. Karten sind auch bei uns im Vorverkauf erhältlich. Das Kombiticket für beide Veranstaltungen kostet 15 Euro.
Wir sind mit einem Büchertisch vor Ort und für alle die das interessant finden: die vorgestellten Comics werden wir auch in der Originalsprache mitbringen.
Wir verlosen 3×2 Eintrittskarten für die jeweilige Veranstaltung. Bitte schickt uns bis zum 13. September um 18.00 Uhr eine EMail (info@strips-stories.de) mit dem Betreff Fior/Jüliger oder Altarriba/Silloray und ihr nehmt an der Verlosung teil.
Zur Veranstaltungsseite Der sehr bekannte italienische Autor Manuele Fior hat mit Die Übertragung viele überrascht, da er für sein neues Buch ein Science-Fiction Setting gewählt hat – düster und faszinierend zugleich. Auch im Debut des jungen Hamburger Zeichners Lukas Jüliger gibt es einige Überraschungen und mystische Wendungen zu erleben.
um 21.00 Uhr sprechen Florent Silloray (Auf den Spuren Rogers) & Antonio Altarriba (Die Kunst zu fliegen)
Zur Veranstaltungsseite Beide Bücher sind großartig reflektierte Auseinandersetzungen über Krieg, Widerstand und das Zerbrechen an den politischen Umständen. Keine Sachbücher, sondern klug austarierte, persönliche Geschichten, die viel Informationen vermitteln und gleichzeitig eine sehr emotionale anrührende Seite haben, mit der man sich sehr gut verbinden kann.
Im Rahmen der Kreativ-Nacht St. Pauli feiern wir den ganzen Abend mit vier Künstlerinnen aus Hamburg:
Jul Gordon, Marie Hamm, Kathrin Klingner & Martina Lenzin zeigen ihr Dance-Performance Video ‚Funeral Joe‘ (by Honeyheads) und präsentieren dazu ihre Comics. Dazu gibt’s ein von ihnen exquisit ausgesuchtes Video-Musikprogramm aus den Boxen. Wir freuen uns.
Am Freitag, den 23. August um 19:30 Uhr präsentiert Jonas Engelmann im Centro Sociale (Sternstr. 2) seine Thesen zu den vom Verfassungsschutz herausgegebenen „Andi-Comics“.
Thomas Grumke, der für die Andi-Reihe verantwortliche Referent im Nordrhein-Westfälischen Innenministerium, zeigte sich angesichts der Kritik an seinem „Comic für Demokratie und gegen Extremismus“, der kostenlos in unzähligen Schulen verteilt wurde, erstaunt. „Verfassungsschutz durch Aufklärung“ nennt er sein Konzept, mit dem Bildungscomic Andi den „wachsenden Anstrengungen extremistischer AkteurInnen, Jugendliche zu indoktrinieren“ entgegenzutreten. Zwischen 2005 und 2009 sind zur Extremismusprävention bislang drei Comics – Rechtsextremismus, Islamismus, Linksextremismus – in der Reihe entstanden, gezeichnet von dem Düsseldorfer Comiczeichner Peter Schaaff. Insbesondere der Comic zum Linksextremismus, der diesen mit dem Rechtsextremismus gleichsetzt, hat massiven Widerspruch hervorgerufen. Der Vortrag will nach einer kurzen Einführung in die Problematik des Extremismusbegriffs die Inhalte dieses Andi-Comics vorstellen, einschließlich aller pädagogischen Absurditäten und Ambivalenzen.
Jonas Engelmann ist Literaturwissenschaftler, Lektor und freier Journalist. Er hat über Gesellschaftsbilder im Comic promoviert, schreibt für Jungle World, konkret, Zonic, Missy Magazine und andere, lektoriert Bücher für den Ventil Verlag und gibt die testcard mit heraus.
Ein zusätzlicher Hinweis: am 22. August um 19:30 stellt Jonas Engelmann bei Strips & Stories in der Seilerstraße seine Dissertation „Gerahmter Diskurs. Gesellschaftsbilder im Independentcomic vor.“
Wir freuen uns sehr, erneut Jonas Engelmann bei uns im Laden zu Gast zu haben! Diesmal präsentiert er am 22. August 2013 bei uns in der Seilerstraße um 19:30 Uhr seine gerade beim Ventil Verlag erschienene Dissertation: „Gerahmter Diskurs. Gesellschaftsbilder im Independent-Comic“. Der Eintritt ist frei – über eine Spende für die Fahrtkosten freuen wir uns.
Wir unterstützen mit dieser Veranstaltung den Volksentscheid „Unser Hamburg – unser Netz“, der für die Übernahme der Hamburger Energienetze in städtische Hand eintritt. Weitere Informationen dazu finden sich hier.
„Gerahmter Diskurs“ zeigt anhand der Werke von Art Spiegelman, Marjane Satrapi, Charles Burns, Julie Doucet, Joann Sfar, David B. und anderen, wie Comics über das Zusammenspiel von Inhalt und Ästhetik eine Gesellschaftsanalyse und -kritik zum Ausdruck bringen und sich mit Themen wie Rassismus, Krankheit und Religion auseinandersetzen. Das Buch arbeitet das selbstreflexive Moment des Comics heraus, die Reflexion der erzählten Geschichte. Nicht die Herstellung von Kontinuität, sondern im Gegenteil: das Insistieren auf historische Brüche, auf die Lücken der Geschichtsschreibung, tritt im Comic in den Vordergrund. In den untersuchten Comics zeigt sich die Ambivalenz, Geschichte und Kritik an Gesellschaft in Bilder zu fassen, sie sind eine Strategie, die Behauptung einer einzigen Wahrheit ironisch und selbstreflexiv zu unterlaufen.
Dies soll am Beispiel von Charles Burns Graphic Novel „Black Hole“ deutlich gemacht werden, die im Themenkomplex „Krankheit“ als Beispiel einer Beschäftigung mit dem gesellschaftlichen Umgang mit Aids untersucht wird. Aids ist in „Black Hole“ von Charles Burns nicht direkt Thema, wohl aber eine durch Sexualkontakte übertragene Krankheit, die Mutationen bei den Betroffenen auslöst, über die sie stigmatisiert und zu gesellschaftlichen Außenseitern werden. Zentral ist für Burns weniger die Auseinandersetzung mit Aids selber, als vielmehr mit der gesellschaftlichen Hysterie in der Anfangszeit. Diese Hysterie stellt er über den Umweg der Imitation eines Stils dar: er orientiert sich stilistisch an den erwähnten Horror-Comics der 1950er und ruft damit zweierlei auf: einerseits die damit verbundene gesellschaftliche Diskussion über Moral und Normalität, die wie erwähnt in der Selbstzensur der Comicverleger mündete, und die auch die frühe Diskussion Mitte der 1980er um Aids geprägt hat und ebenfalls das gesellschaftliche Klima der 50er, die Rückbesinnung auf bürgerliche Werte und Familie, die in Folge von Aids auch in den 80ern eine Renaissance erlebt hat. Im Zitat des Horrorcomics fängt Burns so ein Stimmungsbild einer verunsicherten Gesellschaft ein, ohne explizit auf die AIDS-Hysterie zu verweisen.
Jonas Engelmann ist Literaturwissenschaftler, Lektor und freier Journalist. Er hat über Gesellschaftsbilder im Comic promoviert, schreibt für Jungle World, konkret, Zonic, Missy Magazine und andere, lektoriert Bücher für den Ventil Verlag und gibt die testcard mit heraus.
Ein zusätzlicher Hinweis: am Freitag, den 23. August um 19:30 Uhr referiert Jonas Engelmann im Centro Sociale über die „subversive Verunsicherung der Andi-Comics“.
Lang und sehnsüchtig haben wir darauf gewartet. Jetzt ist es da. In Weyhes neuem Comic stellt die Autorin sich ihrer Familiengeschichte. Sie erzählt von einer Generation, geboren zu Beginn des 20. Jahrhunderts, deren Biographie von der deutschen Geschichte einen deutlichen Stempel aufgedrückt bekommen hat. Wie Puzzleteile fügt die Autorin ihr Wissen über die Vorfahren zusammen und entdeckt dabei persönliche Dramen um heimliche Abtreibung, unterdrückte Homosexualität, Verrat und Schuld.
Auch auf dieses Comic warten schon einige von euch sehr ungeduldig. In BLAST 2 berichtet Polza Mancini von seinem immer tieferen Abstieg in den Drogenrausch. Wie weit wird Mancini für den „Blast“ noch gehen?
Der Kanadier Jesse Jacobs hat schon einige Comics bei unseren sehr geschätzten Kollegen von Koyama Press veröffentlicht. Bei Rotopol erscheint nun eine erste Übersetzung. Toll! Jesse Jacobs
Immer wieder geht es in diesem Sachcomic um Kafkas Zerrissenheit vor dem Hintergrund seiner deutsch-tschechischen Nationalität und der jüdischen Kultur. Die Stationen von Kafkas Leben werden ergänzt durch Briefe und Auszüge aus seinen Romanen und Kurzgeschichten. Die Biografie mit den Zeichnungen von Robert Crumb ist mittlerweile selbst ein Klassiker. Lange vergriffen, legt Reprodukt das Buch nun neu überarbeitet vor.
Die neue Ausgabe des schweizer Comic-Magazins hat WASSER zum Thema. Dazu haben sich Anna Sommer, M.S. Bastian und Isabelle L., Mazen Kerbaj, Christoph Schuler, Philip Schaufelberger, Marie-Hélène Talaya, Lika Nüssli, Wolfgang Bortlik, Nathalie de Vallière, Julia Bruderer, Nathalie de Vallière, Aidan Koch und Wangxx Geschichten ausgedacht. Dazu wie gewohnt Rezensionen zu den Neuerscheinungen der letzten Monate.
Wir freuen uns sehr Nicolas Mahler bei uns im Laden begrüßen zu dürfen. Im Rahmen der 2. Hamburger Graphic Novel Tage im Literaturhaus Hamburg, wird er nicht nur dort einen Abend füllen (Do, 13.6. um 19.30 Uhr), sondern am Samstag, den 15. Juni von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr bei uns im Laden seine Bücher signieren. ‚Die Zumutungen der Moderne‘, ‚Flaschko – der Mann in der Heizdecke‘, ‚Die Herrenwitz-Variationen‘ und nicht zu vergessen seine letzten Comics erschienen bei Suhrkamp ‚Alte Meister‘ und ‚Alice in Sussex‘ sind jeder für sich unsere absoluten Lieblings-Highlights der Comic-Kunst.
Warum wir Mahler so schätzen? Weil seine Interpretation von Humor einzigartig ist und auch weil er das Weiße Kaninchen in seinem neuen Werk ‚Alice in Sussex‘ folgendes Buchzitat aus ‚Wider die Jugend‘ kredenzen lässt: ‚.. Der Tag eines Kindes: eine Kette entsetzlicher Dramen, von denen jedes einen Erwachsenen zugrunde richten würde …“.
„Mich interessiert nur das gesellschaftlich Irrelevante“, sagt Nicolas Mahler im 3sat Interview. „Deswegen bin ich auch froh, dass in dem Buch keine Aussage und kein Gegenwartsbezug und nichts, was gesellschaftlich relevant ist, steht. Zumindest nicht auf den ersten Blick. Es ist nichts gegen gesellschaftliche Relevanz zu sagen, aber ich will mich damit nicht beschäftigen, weil mir die Gesellschaft auf die Nerven geht. Mein Ideal ist, irgend etwas zu machen, mit dem man sich quasi von der Gesellschaft eher entfernt. Das ist der Grund, überhaupt zu zeichnen.“
Am Samstag, den 11. Mai findet wieder der Gratis Comic Tag statt und auch bei uns können kostenlos Hefte mitgenommen werden. Wir haben wie samstags üblich zwischen 11 und 18 Uhr geöffnet. Damit auch Langschläfer noch zu ihren Comics kommen, haben wir die Abgabe auf vier Hefte pro Person beschränkt.
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