„Nun musste alles auf eine Karte gesetzt werden.“ – „Die schreckliche Trauer, die von ihnen ausging.“ – „Dro cho no son…“ – „Ich darf mich nicht verraten!“ – „Tsitt tsitt, tsött tsött, plöck plock, plock plöck.“ – „Die Berge aber!“
Sechs Sätze aus sechs Erzählungen der Georg-Büchner-Preisträgerin Brigitte Kronauer, die Sascha Hommer in Bildgeschichten übersetzt hat. Sie handeln von der Magie von Anfang und Ende. Von kindlichen Geheimwelten, eleganten Damen, tropfender Melancholie und dem befremdlichen Vorgang, der Wahrnehmung heißt. „Dri Chinisin“ ist ein eindrucksvoller Beleg der Möglichkeiten, die dem Zusammenspiel von Literatur und Comic innewohnen.
Sascha Hommer lebt als Comiczeichner in Hamburg. Er ist Mitherausgeber der Anthologie „Orang“. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen „Insekt“, „Vier Augen“ und der Comic-Strip „Im Museum“ (mit dem Autor Jan-Frederik Bandel).
80 Seiten, 14 €
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Frechheit siegt! Davon ist der Fennek, ein junger Wüstenfuchs, genauso überzeugt wie von seinen eigenen Fähigkeiten. Doch um den gnadenlosen Überlebenskampf in der Wüste zu meistern, braucht er das Halsband eines Schamanen. Der Fennek macht sich auf die Suche, er begegnet Mitstreitern und weniger hilfreichen Weggefährten – doch die Schlangen, die ihm nach dem Leben trachten, sind ihm immer dicht auf den Fersen…
Der besondere Charme von „Fennek“ entsteht durch den Gegensatz von Yoanns niedlichen Tierzeichnungen und dem tiefschwarzen Humor von Lewis Trondheim. Nur durch die Situationskomik wird die Grausamkeit in einer Tierwelt erträglich, in der sich alles darum dreht, zu fressen oder gefressen zu werden.
Lewis Trondheim, hierzulande vor allem durch die Reihen „Herr Hase“ und „Donjon“ bekannt, wurde 2006 mit dem Grand Prix de la Ville d’Angoulême ausgezeichnet. Er lebt und arbeitet in Montpellier.
Yoann ist deutschen Comiclesern vor allem als Zeichner von „Spirou + Fantasio“ (in Zusammenarbeit mit Fabien Vehlmann) ein Begriff. Zu seinen weiteren in deutscher Sprache veröffentlichten Arbeiten zählen „Toto das Schnabeltier“ (Carlsen) sowie ein Album der Reihe „Donjon Monster“.
Am 8. April ab 19 Uhr feiern wir bei uns im Laden mit Marijpol und dem avant-verlag das Erscheinen ihrer ersten Graphic Novel ‚Trommelfels‘ – die Zeichnerin signiert und stellt Originalzeichnungen aus.
Ein alterndes Forscherpaar bekommt die Chance, sich noch einmal zu beweisen. Eine archäologische Grabung fördert rätselhafte Funde zu Tage, und sie sollen die Arbeiten leiten. Nach und nach häufen sich die Hinweise auf eine unterirdische Zivilisation. Marijpols erste Graphic Novel überzeugt durch ihren fantasievollen Strich. Voller überraschender Einfälle präsentiert sich hier eine neue Hamburger Comicautorin. (avant-verlag)
Heute frisch eingetroffen, der zweite Teil von Prousts monumentalem Romanwerk: „Im Schatten junger Mädchenblüte“
Seit über 14 Jahren arbeitet Stéphane Heuet an der Umsetzung von „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ als Graphic Novel. Dafür wählt er Schlüsselszenen aus und vermittelt mit diesen Passagen einen Eindruck von Prousts poetischer Prosa. Ein wunderbarer, neuer Zugang zu diesem großen Klassiker.
Bei uns erhältlich
Marcel Proust „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Im Schatten junger
The Company with the Golden Arm über Cara Beth Satalino:
Cara Beth Satalino hat so etwas versteckt, bezauberndes in ihrer Stimme. Sie ist großer Fan von Greg Sage und den Wipers und diese melancholische Stimmung die bei den Wipers auch ja immer mitschwingt ist hier deutlich zu hören. Mrs Chan Marshall (Cat Power) trägt hier ein Kleid zu Hofe und nicht unweit von der Party wartet Mr. Dan Sartain, als Rowdy gebrandmarkt auf eine kleine Rangelei. Rilo Kiley and Jenny Lewis sind geladen für ein Akustik Set. Neil Young wäre nicht Neil Young wenn er der Einladung nicht höflich abgesagt hätte um dann doch kurz einzukehren und PJ Harvey mit dabei zu haben. Breeders hängen wo rum mit Thurston Moore, und J Mascis ist sich noch nicht sicher ob er das kommende Album eigentlich produzieren soll oder lieber in Urlaub fährt, während Ken Chambers (Moving Targets) später noch Mission of Burma und Replacements Coverversionen spielt. Fehlt noch? Jones Very. Ja Jones Very, eine der total untergegangenen Höhepunkte des Post Punk Rocks. Wo stecken die denn dieser Tage? Also aus Athens / Georgia haben wir hier diese neue Band. Witches und Cara Beth Satalino singt bei Witches, hat aber auch ihr eigenes solo Projekt um das es hier geht. Entrückt großartige Stimme, coole verlorene und sehnsüchtge Songs für Rotwein- und Vollmondnächte. Im März ist sie für zwei Wochen auf Tour gefolgt von einer Band Tour im Mai teilweise zusammen mit forgetters, der neuen Band von Blake Schwarzenbach (x Jawbreaker, x Jets to Brazil), Kevin Macon (x Against Me!) und Caroline Paquita (x Bitches).
Englisches Info zu Cara Beth Satalinos Band ‚The Witches‘:
Witches is the new rock band from singer/songwriter Cara Beth Satalino. Satlino’s earthy vocals have always brought to mind female artists like PJ Harvey or even Chan Marshall but with Witches they are giving a setting that accentuates her pipes even more. Here Satilino’s stunning vocals and powerful songwriting collide with walls of cascading guitar rock. It is a striking combination to behold. The hyper guitars wail behind Satalino as the bass and drums keep up at a steady pace. Mining indie rock circa the mid-nineties, What starts out as something ordinary soon turns into an amazing and beautiful display.Punk by allegiance and attitude, pop by virtue of their wistful melodicism, Witches are a band borne of singularly American originality. Cara Beth Satalino is a New York-born chanteuse with a rougher than typical edge. Michael Clancy, a fellow Yankee, is a selftaught drummer of natural ability and feel. Jared Gandy, veteran of Athens groups with both DIY punk and Elephant Six Collective pedigree alike, rounds out the band’s lineup on bass guitar. The band takes touches of the Breeders‘ feminine boldness, Des Ark’s brusque emotional stance, and the wide-open, true rock n‘ roll worldliness of Midwestern punk idols the Replacements. When Cara and Clancy moved to Athens after graduating from an upstate New York university (SUNY Purchase, the unlikely hotbed of creativity that produced Dan Deacon and other notable weirdos), Cara already had a swath of noteworthy solo material under her belt. After a spate of performances accompanied only by her electric guitar, she sought out a rhythm section. Clancy wasn’t a drummer at the time, but he stepped up to the plate to do the songs justice. To listen to the band now, Clancy’s abilities cannot be stepped to—he’s a songwriter’s drummer, for sure. As the two pondered a possible bassist, Jared’s name came up—and he promptly walked into the room, gliding on the winds of sheer coincidence. Jared’s melodic, wandering basslines were an obvious match to Cara’s guitar playing, and provide McCartney-esque counterpoint to her full vocal timbre. Which brings us to the centerpiece of Witches‘ appeal: Cara Beth Satalino is what puts the band over the top and sutures their songs into one’s memory. She sings with simultaneous pointed honesty and dignified modesty. You can hear barbs and arrows in the songs that make up “Forever”, Witches‘ forthcoming full-length album, released on Bakery Outlet Records and The Company With the Golden Arm. Some are directed outwardly; others seem to take aim for the singer herself. All, however, hit their mark with a precision that warrants respect.
Vielleicht ging es euch genauso? Das Entdecken von guter Musik jenseits des Mainstreams verlief parallel mit dem Entdecken von spannenden Comics, die mit gewohnten Gewohnheiten brachen und die einem halfen, manches etwas besser zu verstehen. Der bisher enge und eingeschränkte Blick auf die Welt wurde so erweitert und bestimmte Fragen nach einem besseren Leben im Falschen tauchten auf. Wir lernten, dass man Dinge selbst organisieren muss, um etwas zu erleben und dass dies in kollektiven Strukturen oftmals besser funktioniert. Gleichzeitig musste man auch früher oder später eingestehen, dass subkulturelle Orte und Veranstaltungen oftmals nicht als Gegenkonzept funktionierten. Die Widersprüche einer Gesellschaft, in der auch kulturelle und künstlerische Produkte zur Ware gemacht werden, machten auch vor den kleinen Szenebiotopen nicht halt oder andersherum gesagt: gesellschaftliche Auswirkungen von emanzipatorischen und subkulturellen Gegenkonzepten blieb nahezu aus bzw. wurden diese ins Bestehende integriert und somit ihrer Relevanz beraubt. Aber was hat das mit dem Comic zu tun? Es kommt selten vor, dass ein Comic relativ eng mit der eigenen Geschichte verbunden ist, bzw. Fragen stellt, mit denen man sich wie eben beschrieben jahrelang herumgeschlagen hat. Deshalb ist es umso erfreulicher, dass Martina Lenzin mit ‚rpm‘ nun eine „kleine Geschichte des Post-Punk“ beim Berliner Verlag reprodukt veröffentlicht hat und diese viele der oben genannten Fragen wieder aufgreift – genauso wie die Verbindung von Comic und Musik. Auch wenn auf dem Buchrücken verschiedenen Plattencover der Ära zwischen ’77 und ’83 neugezeichnet wurden, geht es im Buch nicht um The Pop Group, Devo oder The Slits, sondern um The Does, eine fiktive Band und deren Label Counterproduct, an denen die Fragen und Widersprüche der Szene exemplarisch behandelt werden. Die Zeichnerin erzählt dabei im Stile der bereits bekannten ‚Astra-Stuben Chronicles‘ vom Versuch, alternative Strukturen in Form von Zines, Plattenläden bis hin zu besetzen Häusern zu schaffen, die sich den gesellschaftlichen Zwängen entziehen und widersetzen: D.I.Y. – Do It Yourself als Lebensentwurf bzw. als politisches Gegenkonzept. Sie zeigt dabei die ProtagonistInnen einerseits während des Thatcherismus in England und lässt sie Jahrzehnte später noch einmal reflektierend zu Wort kommen. So gelingt es, ein umfassendes Bild der Debatten und Entwicklungen vom Aufbruch bis zum Ausverkauf des Post-Punk nachvollziehen zu können. Eine besondere Stärke des Buches ist es, die Handlung nicht – wie bei Comics leider allzu oft der Fall – im luftleeren Raum stattfinden zu lassen, sondern dass die Arbeits-, Lebens- aber auch Liebesverhältnissen Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Verfasstheit zulassen, gerade die Nebenfiguren sind dabei sehr gelungen. Die Handlung wird dabei relativ idealtypisch dargestellt und die Autorin verheimlicht ihre Sympathien und ihre Haltung nicht. Dies kippt jedoch nicht ins Kitschige, da Widersprüche und das Scheitern gegen die Übermacht der kapitalistischen Verhältnisse durchaus kritisch thematisiert werden. Ein Buch also keineswegs nur für Musiknerds oder zum nostalgischen Gebrauch. Wir freuen uns sehr, dass wir gemeinsam mit der Linda die Releaseparty für ‚rpm‘ ausrichten werden. (-hk-)
Terra Amata ist zerstört. Viele kleine Inseln kreisen um den brodelnden Lavakern des Planeten. Um ihre Macht zu festigen, strebt die Rote Garde nach dem Alleinbesitz der gefürchteten Nitro-Technologie. Nur Herbert von Vaucanson, der Staubkönig und der Rote Marvin wagen es, sich ihnen in den Weg zu stellen.
Wie bei allen vorhergehenden Bänden entstammt auch das Szenario zu „Die neuen Zenturionen“ der Zusammenarbeit von Joann Sfar und Lewis Trondheim. Die zeichnerische Umsetzung des fünften Bandes der „Abenddämmerung“ vertrauten die „Donjon“-Schöpfer Joann Sfar und Lewis Trondheim abermals dem Duo Kerascoët an.
In Zusammenarbeit mit dem Mami-Verlag freuen wir uns, in den nächsten Monaten und hoffentlich auch länger einige Bände aus dem italienischen CANICOLA Verlagsprogramm anbieten zu können.
Die Sammel- und Einzelbände des Comic-Kollektivs aus Bologna sind alle auf italienisch mit einer englischen Übersetzung erschienen.
Hier könnt ihr einen schon etwas älteren Artikel von David Basler (Edition Moderne) über Canicola als „das italienische Strapazin“ nachlesen.
Folgende Bücher haben wir derzeit im Programm:
Yan Cong: Il sogno dell’effante – 98 Seiten – 12 €
Giacomo Monti: Nessuno mi fara farà del male – 160 Seiten – 14€
Präsentation des Comics ‚Insel der Männer’ & FILMvorführung von ‚IMPROVVISAMENTE L’INVERNO SCORSO – Suddenly, Last Winter’
Eine gemeinsame Veranstaltung von Strips & Stories, Schreiber & Leser, Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg | International Queer Film Festival und dem Dokumentarfilmsalon
22. März 2011, b-movie, Brigittenstr. 5, 20359 Hamburg 20.00 Uhr
Insel der Männer ist ein beeindruckender Comic, der sich einem bis heute wenig beleuchtetem Thema widmet: der Verschleppung und Internierung homosexueller Männer in Italien während des Faschismus. Zwischen 1938 und 1943 wurden an die 300 Männer, denen passive homosexuelle Aktivität vorgeworfen wurde, willkürlich aufgegriffen und auf eine Insel im Süden Italiens deportiert. Der Comic erzählt die Geschichte des 75jährigen Antonio, der als junger Mann in dieses Lager kam. Ein junges Filmteam möchte eine Reportage drehen und überredet Antonio gemeinsam zurück auf die Insel zu fahren.
Andreas C. Knigge wird eine kurze Einführung zum Buch geben. Im Anschluss wird dann der Film IMPROVVISAMENTE L’INVERNO SCORSO – SUDDENLY, LAST WINTER von Gustav Hofer & Luca Ragazzi aus dem Jahr 2008 gezeigt.
Diese Dokumentation zeigt wie tief verwurzelt die Homophobie in der italienischen Gesellschaft auch heute noch ist. Die beiden Journalisten sezieren die Posse um die Einführung einer Gesetzesvorlage für eingetragene Partnerschaften in Italien im Jahr 2007. „Sie suchen das Gespräch mit demonstrierenden Faschisten und erzkatholischen Politiker_ innen, und was sie erzählt bekommen, spottet jeder Beschreibung. Immer wieder thematisieren die Filmemacher ihre Arbeit und wenden sich dabei auch an das Publikum. So dokumentiert der Film ganz beiläufig die angeblich „widernatürliche“ Partnerschaft von Gustav und Luca, die geprägt ist von gegenseitigem Respekt und Verständnis und – lebenswichtig: ganz viel Humor.“ Text von Programmheft LSF 2008.
Im Anschluss wird es im Foyer die Möglichkeit zum Gespräch und einen Büchertisch vom Comicladen Strips & Stories geben.
Wir freuen uns besonders über zwei Neuveröffentlichungen in dieser Woche:
Martina Lenzins erstes Buch ‚rpm‘ ist heute ebenso wie Orang 9 angekommen!
Die Releaseparty für ‚rpm‘ beginnt übrigens am 18. Februar mit einer Signierstunde zwischen 18 und 20 Uhr bei Strips & Stories, danach geht es weiter mit Musikvideobeschallung in der LINDA zwei Häuser weiter (Seilerstraße 36).
Post-Punk: Do-It-Yourself und Arbeit im Kollektiv. Die Achtzigerjahre, der beginnende Ausverkauf des No-Future-Punks in einem von Maggie Thatcher regierten Großbritannien. Tin ist enttäuscht von der seelenlosen Massenware der Medienkonzerne und auch von der Ideenlosigkeit, mit der die Subkultur ihr begegnet. Er sucht nach Alternativen, startet ein Fanzine und plötzlich bietet sich die Möglichkeit, eine Band zu produzieren und ein Musiklabel zu gründen.
Siebzehn Zeichnerinnen und Zeichner aus Berlin, Bielefeld, Hamburg, Kassel, Leipzig und München sammeln und markieren, zeichnen und kartografieren für die neunte Ausgabe des Comicmagazins „Orang“.
Mit Beiträgen von Klaas Neumann, Paul Paetzel, Sharmila Banerjee, Carolin Walch, Judith Mall, Anna Haifisch, Ana Albero, Michel Esselbrügge, Verena Braun, Marlene Krause, Aisha Franz, Jul Gordon, Gosia Machon, Christina Gransow, Moki, Sophia Martineck und Jannis Esselbrügge.