Incels – Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults

Datum: 18.11.2021 20:00
Ort: BARBONCINO zwölphi

Lesung & Gespräch mit Veronika Kracher
Moderation: Olaf Kistenmacher

»Incels« ist die Kurzform für »Involuntary Celibates« – unfreiwillig im Zölibat Lebende. Sie treffen sich in Onlineforen und auf Imageboards und lamentieren darüber, keinen Sex zu haben, obwohl dieser ein naturgegebenes männliches Grundrecht sei. Im mildesten Falle artikuliert sich ihr Denken in Depressionen und Selbstmitleid, im schlimmsten Falle in der Glorifizierung von Kindesmissbrauch, sexueller Gewalt oder dem Femizid. Incels sind jedoch keine »schwarzen Schafe« oder »Ausnahmeerscheinungen« innerhalb der kapitalistisch-patriarchalen Verhältnisse, sondern Ausdruck einer Gesellschaft, in der die Abwertung des Weiblichen an der Tagesordnung ist.Obwohl Incels schon zahlreiche Gewalt- und Terrorakte begangen haben, wird das Phänomen gerade im deutschsprachigen Raum bisher nur sehr oberflächlich analysiert. Dieses Buch, das die Geschichte der Bewegung nachzeichnet, die Memes und Sprache der Incels erklärt, ihre Ideologie analysiert und eine sozialpsychologische Auseinandersetzung mit diesem Online-Kult anstrebt, wird diese Lücke füllen.Ort: Barboncino Zwölphi

Einlass: 20:00
Eintritt: 8€
Coronabestimmungen: 2G – (zusätzlich werden alle Besucher*innen gebeten, sich vor der Veranstaltung tagesaktuell testen zu lassen)

Veranstalter:innen: Ventil Verlag, Strips & Stories und Zardoz Records

Testcard #26: Utopien – Präsentation & Lesung

Datum: 23.01.2020 20:30
Ort: BARBONCINO Zwölphi, St. Pauli Fischmarkt 27 (aka Pudel Cafe)

Seit nunmehr 25 Jahren veröffentlicht der Mainzer Ventil Verlag mit seiner „testcard“-Reihe „Beiträge zur Popgeschichte“. Die aktuelle Ausgabe widmet sich dem Thema Utopie, ihren Verheißungen und ihrem Verschwinden. Die Herausgeberinnen und Herausgeber Laura Schwinger, Jana Sotzko und Roger Behrens stellen die aktuelle Ausgabe in Text und Ton vor.

Dass es leichter sei, sich das Ende der Welt vorzustellen als das Ende des Kapitalismus, wird zu einer Gewissheit, die kaum noch skandalös ist: So what? Wenn es stimmt, dass die Utopien verschwunden sind, wie steht es dann – im und als Pop – um: Revolution, Zeit, Raum, Erinnerung, Erfahrung, Hoffnung, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, Geschichte, Fortschritt, Dynamik, Möglichkeit/Wirklichkeit …? War Pop nicht der Soundtrack einer besseren Welt, die Ode an die Freiheit des realen Humanismus?

Popgeschichte ist auch die Geschichte unzähliger Utopien, gelebter und gewünschter Entwürfe einer anderen, einer besseren Welt, die von Freedom und Happiness und Love bestimmt sein soll. Der Pop selbst beanspruchte schließlich, eine Utopie zu sein, ein verwirklichter Traum vom guten Leben. Allerdings ist Pop in all seiner Vielfalt immer auch das Gegenteil von Utopie gewesen: die auf die private Nische reduzierte Idylle, in der jede und jeder sich irgendwie durchwurschtelt, das bescheidene Glück des Augenblicks (im Konzert, im Kino, im Konsum) oder das ins Unterhaltungsformat gebrachte Schreckensszenario, die Katastrophe als Entertainment, die Dystopie. Pop ist eben nicht nur Nicht-Ort, nowhere, sondern ein now here, Jetzt-Hier.

www.testcard.de

Einlass: 20:00 | Beginn: 20:30
Eintritt: 5€

Mit freundlicher Unterstützung von Zardoz Records, Strips & Stories und Die Untüchtigen