Der Strips & Stories Adventskalender – SIEBEN

OUTSIDE THE BOX –

ZEITSCHRIFT FÜR FEMINISTISCHE GESELLSCHAFTSKRITIK


Diesmal empfehlen wir keinen Comic, sondern die heute eingetroffene 2. Ausgabe des neuen Magazins aus Leipzig. Das Leitthema ist Form – und das findet sich nicht nur im Inhalt, sondern auch in der Gestaltung wieder. Das Heft besteht aus 9 einzelnen wunderschönen Bögen, die in einer Tüte gesammelt sind.

Aus dem Inhalt:

– Ayse K. Arslamoglu: Stolz und Vorurteil – Markierungspolitiken in den Gender Studies

– Katja + Korinna: Fat is a feminist issue

– Martin Büsser: Know your avantgardehistory (Interview)

– Leitartikel: Über die Form der Gesellschaft und ihre Theoretisierung / Über schreibende Feminist_innen und feministisches Schreiben / Über die Formen linker Praxis / Über die Form in der Kunst

– und vieles mehr

Unter den ersten 10 Leuten, die uns eine EMail (info@strips-stories.de) schreiben, verlosen wir ein druckfrisches Exemplar. Betreff: Outside The Box.


-clg-


Out of the Box



Der Strips & Stories Adventskalender – SECHS

A Mess Of Everything

Miss Lasko-Gross

Fantagraphics Books, 19 Euro

Miss Lasko-Gross hat eine Semi-Autobiografische Triologie gezeichnet, die herzzereißend ist. Vorstellen möchten wir Euch den zweiten Teil, der von den Höhen und Tiefen des Teenagerlebens in der High-School handelt. Ihr Zeichenstil drückt perfekt die Gefühle der Einsamkeit einer Außenseiterin und die Unsicherheiten im Umgang mit den Entscheidungen des Lebens aus.

„The unsentimental truthfulness that is the hallmark of Lasko-Gross’s work is coupled with a raw but increasingly refined visual vocabulary. A Mess of Everything is an intense, honest, and funny memoir that holds appeal for anyone who is navigating, or who has ever grappled with, these issues.“

„A brutally honest look at suburban life from a bright new talent.“ – Kathleen Hanna


Videopreview

Review

-clg-

Der Strips & Stories Adventskalender – FÜNF

Professor Bell (Serie)

Joann Sfar

Avant Verlag, Band 01, 02 und 03 jeweils 14.95 Euro


Joseph Bell war Chirurg, Kinder- und Militärarzt. Sein Schüler Arthur Conan Doyle wurde durch ihn zu seiner Figur des Sherlock Holmes inspiriert. Aus nicht geklärten Gründen verschwieg der Schriftsteller die dunklen Seiten der Persönlichkeit seines Mentors. Es ist an der Zeit einige dieser Vorkommnisse einer genaueren Betrachtung zu unterziehen.


Passend zur Vorweihnachtszeit ein (Text-) Auszug aus Professor Bell 02 – Die Puppen von Jerusalem:

Panel 1:

Teufel: Hm… das gefällt mir!

Panel 2:

Teufel: Ein Typ, der am Verbluten ist und überall Wunden und Nägel hat. Gläubige, die am Boden kriechen, um für Fehler zu büssen, von denen wir nichts wissen. Und dieses Wahlversprechen: Leide auf Erden und das Himmelreich ist dir sicher.

Panel 3:

Teufel: Ha! Ha! Morgen wird abgerechnet.

Pfaffe: Brauchen Sie Hilfe, mein Sohn?

Teufel: Wozu? Was will der Pfaffe von mir.

Panel 4:

Pfaffe: Sie nuscheln, ich verstehe Sie nicht.

Teufel: Ich sagte: Ich liebe Kirchen.

Panel 5:

Pfaffe: Hier ist jede Kreatur willkomen, mein Sohn. Dies ist das Haus Gottes.

Teufel: Selbst der Teufel?

Panel 6:

Pfaffe: Wir weisen keinen Sühne ab, mein Sohn. Mir scheint, als ob sie hier sogar besser aufgehoben sind als die Heiligen.

Panel 7:

Pfaffe: Den für die Gerechten ist Gott überall. Die Kirche und ihre Ikonen sind nur dazu da, den armen und verwirtten Seelen einen Halt zu geben.

Panel 8:

Teufel: Du verstehst mich falsch. Ich spreche vom Teufel mit seinen Hörnern und Hufen; wenn er käme, um zu beichten, würdest du ihn rausschmeissen?

Pfaffe: Der Teufel ist nur ein Konstrukt, mein Sohn.

Panel 9:

Teufel: Willst du damit sagen, er existiert nicht?!

Pfaffe: Aber nein!

Panel 10:

Pfaffe: Aber wenn jemand glaubt, dass er ganz allein das Böse verkörpert, dann braucht er wohl eher einen Psychater als einen Beichtvater.

Weitere Informationen zu Professor Bell beim Avant Verlag


-hky-

Der Strips & Stories Adventskalender – VIER

Freunde bleiben

von Mawil

Reprodukt, 10 Euro



Mawils ‚Wir können ja Freunde bleiben‘ erschien erstmals 2003 und hat auch nach all den Jahren nichts von seinem Charme eingebüßt. Der erste Flirt, der erste Urlaub alleine, all diese Abenteuer des Teenager Lebens zeichnet Mawil mit seinem Stil so treffend, dass man gleichzeitig mitleidet und lacht. Ein wunderschönes kleines Buch.

Klappentext

Mawil zeichnet Comics über Mädchen – schicksalhafte Begegnungen aus dem eigenen Leben zwischen Plattenbausiedlung und Ostseeurlaub. Mawil versteht es, die Leser mit seinen dynamischen Zeichnungen in den Bann zu ziehen und sie ein Stück seiner Welt miterleben zu lassen.

-clg-

Der Strips & Stories Adventskalender – DREI

Die Fliege

Lewis Trondheim

Reprodukt, 10,- Euro


Lewis Trondheim hat bereits hunderte Arbeiten veröffentlicht. Heute möchten wir Euch ein kleines Highlight daraus vorstellen: Die Fliege. Mit diesem wunderbaren und charmanten Buch kann man nichts falsch machen. Trondheim zeichnet – ganz ohne Worte – die wilden Abenteuer einer kleinen Stubenfliege. Entdeckungslust und Angst, Ruhe und Chaos, Liebe und Gefahr, das alles liegt so nah beieinander. Seht es Euch selbst an.

Autoreninfo bei Reprodukt

-clg-

Der Strips & Stories Adventskalender – ZWEI

Unser heutiger Lesetipp ist ein kleines Juwel aus Italien. Die Internierung homosexueller Männern während des Faschismus wurde dort bis heute nicht aufgearbeitet.


Insel der Männer – Luca de Santis & Sara Colaone

mit einem Essay von Andreas C. Knigge

Schreiber&Leser, 18,80 Euro


In Italien wurden von 1938 bis 1943 circa 300 Homosexuelle auf einer Insel im Süden interniert. Es gab kein Gesetz, das dies rechtfertigte, nur mehr oder weniger willkürliche Erlasse auf Bezirksebene.

Dies ist die Geschichte des 75jährigen Antonio, genannt Ninella, der als junger Mann in jenes Lager kam. Nine‘ erzählt von Kummer, Not und Heimweh, aber auch von ausgelassenen Festen, von Kameradschaft und Liebe.

(Klappentext des Verlags)


Leseprobe


Interessante Rezension im Tagesspiegel


-clg-

Der Strips & Stories Adventskalender – EINS

Der Dezember ist da! Das ruft nicht nur Vorfreude auf Schnee und eine warme Wohnung hervor. Es ist auch mit die beste Zeit, um Comics zu lesen. Draußen ist es kalt und dunkel, drinnen ist alles gemütlich und mit Leselampen ausgeleuchtet. Bei uns findet ihr eine feine Auswahl an Graphic Novels, die euch die Zeit bis zum Frühlingsanfang verkürzen. Außerdem wollen wir euch die Suche nach einem passenden Weihnachtsgeschenk erleichtern. Deshalb gibt es jetzt täglich eine Leseempfehlung von uns. Wer gut aufpasst und regelmäßig die Türen öffnet (liest) kann auch etwas gewinnen. Lasst Euch überraschen.


Unsere erste Empfehlung:

Maria und Ich – Maria Gallardo & Miguel Gallardo

Reprodukt, 14 Euro

Eine wunderbar illustrierte Reise auf die Kanaren. Vater und Tochter machen Urlaub. Eigentlich nichts ungewöhnliches, aber Maria ist autistisch und viele Leute können damit nicht umgehen. Der spanische Zeichner Gallardo entlarvt mit viel Selbstironie die oft merkwürdigen Reaktionen der Menschen auf die man alltäglich trifft. Und er bringt sehr gut auf den Punkt was daran so nervt. Ein sehr schönes Buch.

Leseprobe

http://www.reprodukt.com/leseprobe.php?id=9783941099289&page=1


Video

http://www.graphic-novel.info/?tag=maria-und-ich

-clg-


Unsere Comic Empfehlung für die dunklen Wintertage – Die Zeichnerin und Autorin Lynda Barry


Lynda Barry, Jahrgang 1956, ist großartig und deswegen möchten wir Euch heute ihr Werk  ans Herz legen.

Obwohl sie schon seit vielen Jahren tolle Sachen macht, sind ihre Arbeiten bisher nicht ins Deutsche übersetzt worden. Lynda Barry hat einen außergewöhnlichen und einmaligen Stil kreiert, der einen ganz neuen Standard in der autobiografischen Erzählkunst setzt. Sie verbindet in ihren Büchern klassisches Geschichten erzählen mit philosophischen Collagen und interaktiven Aufforderungen selbst zur Tuschfeder zu greifen – Anleitung inbegriffen. So entsteht immer ein intensives und extrem abwechslungsreiches Leseerlebnis. Ihre autobiografischen Geschichten sind bittersüß und haben einen großartigen, sehr feinen Humor. Ihr Stil trotzt Ihrer rauen Jugend eine positive Selbstermächtigung ab, die man lange suchen muss, um sie in dieser Perfektion zu finden.


Eine kleine Anekdote:

Lynda Barry lernte im Evergreen State College Anfang der 1970er Jahre den Simpsons Erfinder Matt Groening und Charles Burns kennen. Sie arbeiteten dort zusammen bei der  Schülerzeitung.


Bei uns jetzt ganz neu im Laden erhältlich:


*One Hundred Demons

 

Sehr interessante Rezension des Buchs:

http://www.barbarajanereyes.com/2010/04/22/graphic-novel-lynda-barry-one-hundred-demons/




*What It Is

 

Slideshow mit Interview zur Entstehung von ‚What It Is’:

http://www.nytimes.com/interactive/2008/05/11/arts/20080511_BARRY_FEATURE.html



How to Think Like a Surreal Cartoonist – Interview in der New York Times

http://www.nytimes.com/2008/05/11/arts/design/11kino.html?_r=1


Blog:

http://www.marlysmagazine.com/


Künstlerinnen Biografie bei drawn & quarterly:

http://www.drawnandquarterly.com/artBio.php?artist=a45a8141b837f5

-clg-

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