Vortrag: „Extremismusbegriff und Andi-Comics“ von Jonas Engelmann

Am Freitag, den 23. August um 19:30 Uhr präsentiert Jonas Engelmann im Centro Sociale (Sternstr. 2) seine Thesen zu den vom Verfassungsschutz herausgegebenen „Andi-Comics“.

Eine Veranstaltung von Strips & Stories in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg. Eintritt gegen Spende.

 

Thomas Grumke, der für die Andi-Reihe verantwortliche Referent im Nordrhein-Westfälischen Innenministerium, zeigte sich angesichts der Kritik an seinem „Comic für Demokratie und gegen Extremismus“, der kostenlos in unzähligen Schulen verteilt wurde, erstaunt. „Verfassungsschutz durch Aufklärung“ nennt er sein Konzept, mit dem Bildungscomic Andi den „wachsenden Anstrengungen extremistischer AkteurInnen, Jugendliche zu indoktrinieren“ entgegenzutreten. Zwischen 2005 und 2009 sind zur Extremismusprävention bislang drei Comics – Rechtsextremismus, Islamismus, Linksextremismus – in der Reihe entstanden, gezeichnet von dem Düsseldorfer Comiczeichner Peter Schaaff. Insbesondere der Comic zum Linksextremismus, der diesen mit dem Rechtsextremismus gleichsetzt, hat massiven Widerspruch hervorgerufen.
Der Vortrag will nach einer kurzen Einführung in die Problematik des Extremismusbegriffs die Inhalte dieses Andi-Comics vorstellen, einschließlich aller pädagogischen Absurditäten und Ambivalenzen.

Jonas Engelmann ist Literaturwissenschaftler, Lektor und freier Journalist. Er hat über Gesellschaftsbilder im Comic promoviert, schreibt für Jungle World, konkret, Zonic, Missy Magazine und andere, lektoriert Bücher für den Ventil Verlag und gibt die testcard mit heraus.

Ein zusätzlicher Hinweis: am 22. August um 19:30 stellt Jonas Engelmann bei Strips & Stories in der Seilerstraße seine Dissertation „Gerahmter Diskurs. Gesellschaftsbilder im Independentcomic vor.“

Buchpräsentation „Gerahmter Diskurs“ mit Jonas Engelmann

Wir freuen uns sehr, erneut Jonas Engelmann bei uns im Laden zu Gast zu haben! Diesmal präsentiert er am 22. August 2013 bei uns in der Seilerstraße um 19:30 Uhr seine gerade beim Ventil Verlag erschienene Dissertation:
„Gerahmter Diskurs. GesellschaftsbUnser Hamburg – Unser Netz: Weil es sich lohnt!ilder im Independent-Comic“.
Der Eintritt ist frei – über eine Spende für die Fahrtkosten freuen wir uns.

Wir unterstützen mit dieser Veranstaltung den Volksentscheid „Unser Hamburg – unser Netz“, der für die Übernahme der Hamburger Energienetze in städtische Hand eintritt. Weitere Informationen dazu finden sich hier.

 

„Gerahmter Diskurs“ zeigt anhand der Werke von Art Spiegelman, Marjane Satrapi, Charles Burns, Julie Doucet, Joann Sfar, David B. und anderen, wie Comics über das Zusammenspiel von Inhalt und Ästhetik eine Gesellschaftsanalyse und -kritik zum Ausdruck bringen und sich mit Themen wie Rassismus, Krankheit und Religion auseinandersetzen. Das Buch arbeitet das selbstreflexive Moment des Comics heraus, die Reflexion der erzählten Geschichte. Nicht die Herstellung von Kontinuität, sondern im Gegenteil: das Insistieren auf historische Brüche, auf die Lücken der Geschichtsschreibung, tritt im Comic in den Vordergrund. In den untersuchten Comics zeigt sich die Ambivalenz, Geschichte und Kritik an Gesellschaft in Bilder zu fassen, sie sind eine Strategie, die Behauptung einer einzigen Wahrheit ironisch und selbstreflexiv zu unterlaufen.

Dies soll am Beispiel von Charles Burns Graphic Novel „Black Hole“ deutlich gemacht werden, die im Themenkomplex „Krankheit“ als Beispiel einer Beschäftigung mit dem gesellschaftlichen Umgang mit Aids untersucht wird. Aids ist in „Black Hole“ von Charles Burns nicht direkt Thema, wohl aber eine durch Sexualkontakte übertragene Krankheit, die Mutationen bei den Betroffenen auslöst, über die sie stigmatisiert und zu gesellschaftlichen Außenseitern werden. Zentral ist für Burns weniger die Auseinandersetzung mit Aids selber, als vielmehr mit der gesellschaftlichen Hysterie in der Anfangszeit. Diese Hysterie stellt er über den Umweg der Imitation eines Stils dar: er orientiert sich stilistisch an den erwähnten Horror-Comics der 1950er und ruft damit zweierlei auf: einerseits die damit verbundene gesellschaftliche Diskussion über Moral und Normalität, die wie erwähnt in der Selbstzensur der Comicverleger mündete, und die auch die frühe Diskussion Mitte der 1980er um Aids geprägt hat und ebenfalls das gesellschaftliche Klima der 50er, die Rückbesinnung auf bürgerliche Werte und Familie, die in Folge von Aids auch in den 80ern eine Renaissance erlebt hat. Im Zitat des Horrorcomics fängt Burns so ein Stimmungsbild einer verunsicherten Gesellschaft ein, ohne explizit auf die AIDS-Hysterie zu verweisen.

Jonas Engelmann ist Literaturwissenschaftler, Lektor und freier Journalist. Er hat über Gesellschaftsbilder im Comic promoviert, schreibt für Jungle World, konkret, Zonic, Missy Magazine und andere, lektoriert Bücher für den Ventil Verlag und gibt die testcard mit heraus.

Ein zusätzlicher Hinweis: am Freitag, den 23. August um 19:30 Uhr referiert Jonas Engelmann im Centro Sociale über die „subversive Verunsicherung der Andi-Comics“.

Ventil Verlag

 

Neuheiten im Juni

Im Himmel ist Jahrmarkt – Birgit Weyhe
avant-verlag, 280 Seiten, 22 Euro

Lang und sehnsüchtig haben wir darauf gewartet. Jetzt ist es da. In Weyhes neuem Comic stellt die Autorin sich ihrer Familiengeschichte. Sie erzählt von einer Generation, geboren zu Beginn des 20. Jahrhunderts, deren Biographie von der deutschen Geschichte einen deutlichen Stempel aufgedrückt bekommen hat. Wie Puzzleteile fügt die Autorin ihr Wissen über die Vorfahren zusammen und entdeckt dabei persönliche Dramen um heimliche Abtreibung, unterdrückte Homosexualität, Verrat und Schuld.

Blast 2 – Larcenet
Reprodukt, 208 Seiten, 29 Euro

Auch auf dieses Comic warten schon einige von euch sehr ungeduldig. In BLAST 2 berichtet Polza Mancini von seinem immer tieferen Abstieg in den Drogenrausch. Wie weit wird Mancini für den „Blast“ noch gehen?

Hieran sollst du ihn erkennen – Jesse Jacobs
Rotopolpress, 80 Seiten, 19 Euro

Der Kanadier Jesse Jacobs hat schon einige Comics bei unseren sehr geschätzten Kollegen von Koyama Press veröffentlicht. Bei Rotopol erscheint nun eine erste Übersetzung. Toll!         Jesse Jacobs

Kafka – David Zane Mairowitz & Robert Crumb

Immer wieder geht es in diesem Sachcomic um Kafkas Zerrissenheit vor dem Hintergrund seiner deutsch-tschechischen Nationalität und der jüdischen Kultur. Die Stationen von Kafkas Leben werden ergänzt durch Briefe und Auszüge aus seinen Romanen und Kurzgeschichten. Die Biografie mit den Zeichnungen von Robert Crumb ist mittlerweile selbst ein Klassiker. Lange vergriffen, legt Reprodukt das Buch nun neu überarbeitet vor.

STRAPAZIN #111 Juni 2013
Strapazin, 80 Seiten, 8 Euro

Die neue Ausgabe des schweizer Comic-Magazins hat WASSER zum Thema. Dazu haben sich Anna Sommer, M.S. Bastian und Isabelle L., Mazen Kerbaj, Christoph Schuler, Philip Schaufelberger, Marie-Hélène Talaya, Lika Nüssli, Wolfgang Bortlik, Nathalie de Vallière, Julia Bruderer, Nathalie de Vallière, Aidan Koch und Wangxx Geschichten ausgedacht. Dazu wie gewohnt Rezensionen zu den Neuerscheinungen der letzten Monate.

 

 

Signierstunde mit NICOLAS MAHLER

Wir freuen uns sehr Nicolas Mahler bei uns im Laden begrüßen zu dürfen. Im Rahmen der 2. Hamburger Graphic Novel Tage im Literaturhaus Hamburg, wird er nicht nur dort einen Abend füllen (Do, 13.6. um 19.30 Uhr), sondern am Samstag, den 15. Juni von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr bei uns im Laden seine Bücher signieren. ‚Die Zumutungen der Moderne‘, ‚Flaschko – der Mann in der Heizdecke‘, ‚Die Herrenwitz-Variationen‘ und nicht zu vergessen seine letzten Comics erschienen bei Suhrkamp ‚Alte Meister‘ und ‚Alice in Sussex‘ sind jeder für sich unsere absoluten Lieblings-Highlights der Comic-Kunst.

Warum wir Mahler so schätzen? Weil seine Interpretation von Humor einzigartig ist und auch weil er das Weiße Kaninchen in seinem neuen Werk ‚Alice in Sussex‘ folgendes Buchzitat aus ‚Wider die Jugend‘ kredenzen lässt: ‚.. Der Tag eines Kindes: eine Kette entsetzlicher Dramen, von denen jedes einen Erwachsenen zugrunde richten würde …“.

„Mich interessiert nur das gesellschaftlich Irrelevante“, sagt Nicolas Mahler im 3sat Interview. „Deswegen bin ich auch froh, dass in dem Buch keine Aussage und kein Gegenwartsbezug und nichts, was gesellschaftlich relevant ist, steht. Zumindest nicht auf den ersten Blick. Es ist nichts gegen gesellschaftliche Relevanz zu sagen, aber ich will mich damit nicht beschäftigen, weil mir die Gesellschaft auf die Nerven geht. Mein Ideal ist, irgend etwas zu machen, mit dem man sich quasi von der Gesellschaft eher entfernt. Das ist der Grund, überhaupt zu zeichnen.“

 

  

GRATIS COMIC TAG 2013

Am Samstag, den 11. Mai findet wieder der Gratis Comic Tag statt und auch bei uns können kostenlos Hefte mitgenommen werden. Wir haben wie samstags üblich zwischen 11 und 18 Uhr geöffnet. Damit auch Langschläfer noch zu ihren Comics kommen, haben wir die Abgabe auf vier Hefte pro Person beschränkt.

Eine Übersicht über die dieses Jahr angebotetenen Hefte findet ihr hier auf den Seiten des Gratis Comic Tages.

 

Schaufensterkonzert: KISS & DRIVE (Italien/ Belgien)

Nachdem unsere letzten Konzerte eher auf Kontakte aus unseren Punkrockwurzeln zurückgingen, präsentieren wir euch am Mittwoch, den 17. April 2013 ab 20.30 Uhr, diesmal astreinen Pop. Aber Schubladen sind sowieso langweilig und viel besser ist es, Konzerte für FreundInnen von unseren FreundInnen zu organisieren. Und das ganze nach wie vor im Geiste des DIY.

Kiss & Drive aka Elisabetta Spada ist eine italienische Musikerin, die in Brüssel lebt und auf Englisch singt. Elisabetta, ausgerüstet mit Ukulele, Gitarre und einer Loopsatation ist eine großartige Enterainerin und sieht sich selbst in der Tradition von Camille, Feist, Sigur Ros, Regina Spektor und vielen anderen. Und weil es im Pressetext so schön klingt, zitieren wir einfach daraus: „Alone on stage with her guitar, her ukulele and her inseparable loopstation, she tells us that her folk music could be more electronic and her pop sound rather symphonic. Never the less, her clear-cut songs, her velvety voice, her appealing and funny personality create instant magic.“

Der Eintritt ist wie immer frei, wer mag und kann, darf gerne für die Fahrtkosten der Musikerin etwas spenden.

Website von Kiss & Drive

 

Comicrelease ‚EREMIT‘ mit Marijpol

Wir freuen uns sehr, am Donnerstag, 11. April ab 19.00 Uhr die Hamburger Comiczeichnerin MARIJPOL bei uns im Laden zu Gast zu haben. Sie wird Ihre neue Graphic Novel „Eremit“ (avant-Verlag) vorstellen und signieren. Nach ihrem im letzten Jahr mit dem ICOM-Preis für das beste Szenario ausgezeichneten Debut ‚Trommelfels‘, ist nun ihr neues Comic ebenfalls im avant-verlag erschienen.

Zum Inhalt des Comics:

Weit abgeschieden von einer alternden Gesellschaft, in der Kinder eine Seltenheit sind, lebt ein Eremit im Wald. Mit einem vor Zwiespalt geteilten Kopf ist er auf der Suche nach seinem wahren Kern. Gleichgültig führt er seine Arbeit für ein Bestattungsunternehmen aus, bei dem lebensmüde Senioren letzte Reisen buchen können, die ihren schönsten Tod zum Ziel haben. Durch die Begegnung mit einem wütenden Kind, das auf der Flucht vor seinen Erziehungsberechtigten ist, wird der Eremit in seiner Zurückgezogenheit gestört. Muss er sich am Ende für eine Hälfte seines Kopfes entscheiden?

„Eremit“ ist eine symbolträchtige Erzählung über Zweifel, Tod und Obst.

marijpol
Eremit

 

Releaseparty: „Luther“ von Moritz Stetter

 

Am 28.02. wird der Hamburger Comiczeichner Moritz Stetter ab 19 Uhr bei uns zu Gast sein, um seine neue Graphic Novel „Luther“ vorzustellen. Moritz wird einige Orginialzeichnungen ausstellen, sein neues Buch signieren und bringt Freunde der Band FRANK mit, die ab 20.30 ein kleines Konzert geben, sie selbst nennen ihre Musik folkrockjazzpunk.

Eine Leseprobe des Buches findet sich hier.

Webseite von Moritz Stetter.

Mikrofestival „Graphic Novels! Melbourne!“ & „Postcards from here“

Wir freuen uns sehr, in Zusammenarbeit mit dem „Flexiblen Flimmern“, als auch Anke Feuchtenberger und Stefano Ricci von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften die kleine Veranstaltungsreihe um den Film „Graphic Novels! Melbourne“ und die Ausstellung „Postcards from here“ präsentieren zu können! Die Produzenten und Filmemacher Dan Hayward und Bernard Caleo, der gleichzeitig auch noch Comicautor und -verleger ist,  sind Anfang Februar in Europa unterwegs und präsentieren ihren Film auch in Hamburg. Ergänzt wird das Screening durch die von Stefano Ricci und Anke Feuchtenberger kompilierte Ausstellung „Postcards from here“ sowie einen Vortrag über die australische Comicszene.


Ausstellung: „Grüsse von hier! Postcards from here“

Parallel zum Screening wird die Zeitung „Postcards from here“ präsentiert und ausgestellt.
Es handelt sich um eine Zeitung, die in den Kursen in Angoulême, Zwolle und Hamburg von Stefano Ricci und Anke Feuchtenberger (Hochschule für angewandte Wissenschaften) entstanden ist: zweiseitige Comics, berichtend von Städten in aller Welt, die zum Teil für das italienische Wochenmagazin „Internazionale“ produziert wurden.
Die Zeitung ist eine Coproduktion zwischen MamiVerlag (Quilow), Edition Na (Angoulême) und enthält auch einen historischen Teil mit journalistischen, französischen Comics, entstanden am Ende des 19 Jahrhunderts.

Austellungseröffnung: Dienstag, 5. Februar 2013 ab 19 Uhr im Projektor (Sternstr. 4). Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung wird auch parallel zu den Screenings von „Graphic Novels! Melbourne!“ zu sehen sein!

 

 

Film: „Graphics Novels! Melbourne!“

In Australien ist ein neues Zeitalter für Graphic Novels und Comics angebrochen. “Graphic Novels!Melbourne!” zeichnet erstmalig ein Bild dieser jüngsten Entwicklungen der Comic Kultur Down Under. Dabei spielt die in Melbourne ansässige eng verbundene Szene der kreativen, innovativ vielseitigen und vor allem mit Leib und Seele ihrer Kunst verfplichteten Comic Zeichner/innen eine entscheidende Rolle. Die Dokumentation porträtiert nicht nur die Arbeiten australischer Graphic Novelisten wie Pat Grant, Nicki Greenberg, Mandy Ord and Bruce Mutard, sondern es kommen auch Koryphäen der sogenannten 9. Kunst wie Scott McCloud, Paul Gravett und Shaun Tan zu Wort. “Graphic Novels!Melbourne!” stellt die neue Stimme in der internationalen Graphic Novels Sphäre vor und diese spricht mit einem unverwechselbar australischen Akzent!

Trailer „Graphic Novels! Melbourne!“

Der Film wird am Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag (5. – 9. Februrar) jeweils um 20 Uhr im Projektor (Sternstr. 4) gezeigt. Der Eintritt beträgt 8 € (10 € am Samstag).
Am Freitag und Samstag werden die beiden Filmemacher auch vor Ort im Projektor sein und am Samstag gibt es vor dem Film noch einen Comictalk, moderiert von Henry Holland.
Reservierungen für die Kinoabende unter: reservierungen@flexiblesflimmern.de

 

 

Vortrag: Comics Down Under

Der australische Comiczeichner, Publizist und Filmemacher Bernard Caleo stellt in seinem Vortrag die australische Comicszene vor. Er beschreibt und erklärt den derzeitigen Comic- und Graphic Novel-Boom und vergleicht diesen mit der Hochzeit der australischen Comicszene in den 40er und 50er Jahren des letzten Jahrhunderts.
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt und steht allen Interessierten offen. Der Eintritt ist frei.

Donnerstag, 7. Februar 2013, Strips & Stories (Seilerstr. 40) Beginn: 18 Uhr
ACHTUNG: Der Vortrag findet nicht, wie ursprünglich angekündigt, an der HAW statt.

Empfehlungen zum Jahresende

Zu lange haben wir an dieser Stelle nichts von uns hören lassen. Im Folgenden findet ihr eine Übersicht mit Titeln, die uns dieses Jahr ganz besonders gut gefallen haben. Das kann als Hilfe dienen, falls ihr ein Weihnachtsgeschenk sucht oder einfach mal wieder ein gute Buch lesen möchtet. Platz für alle Bücher, die wir gern erwähnt hätten ist an dieser Stelle nicht, kommt also unbedingt auch im Laden vorbei und schaut euch alles an.

 

Marko Turunen – Der Tod klebt an den Fersen
Mami Verlag, 328 Seiten, 17 €

Eines der schönsten und traurigsten Bücher des Jahres. Erschienen im MamiVerlag von Anke Feuchtenberger und Stefano Ricci.

Paula Bulling – Im Land der Frühaufsteher
avant-verlag, 120 Seiten, 17,95 €

In sieben Kapiteln erzählt Paula Bulling vom Leben in Asylbewerberheimen, alltäglichem Rassismus, dem Tod eines Flüchtlings wie auch von der Suche nach einer angemessenen erzählerischen Haltung als weiße Künstlerin. „Im Land der Frühausteher“ entstand in naher künstlerischer Zusammenarbeit mit den portraitierten Menschen.

Dylan Horrocks – Hicksville
Reprodukt, 272 Seiten, 24 €

Hicksville ist eine funkelnde, hakenschlagende und reflektierte Hommage an Comics und das Erzählen.

Cyril Pedrosa – Portugal
Reprodukt, 264 Seiten, 39 €

Eines der zeichnerisch beeindruckensten Bücher in diesem Jahr. In warmen Aquarellfarben und mit impulsivem Strich zeichnet Cyril Pedrosa die Geschichte einer Reise nach Portugal.

 

Anders Nilsen – Große Fragen
Atrium, 600 Seiten, 39,95 €

Hier zitieren wir nur mal: „Große Fragen ist ein modernes literarisches Wunder: wagemutig wie Werke von Orwell oder Beckett, voller absurdem Humor und Tragisch-Wunderbarem.“ Joe Meno

Anke Feuchtenberger – Die Spaziergängerin
Reprodukt, 80 Seiten, 20 €

Das neue Buch der Professorin und Künstlerin Anke Feuchtenberger versammelt gezeichnete Essays über Städte wie Guimaraes, Hamburg und Tel Aviv, die bisher in verschiedenen Sprachen und Magazinen erschienen sind.

 

Luke Pearson – Hilda, the Midnight Giant
NoBrow, 44 Seiten, 16,50 €

Unser Liebelingskinderbuch des Jahres, an dem sich auch Erwachsene erfreuen werden. Leider derzeit nur in englischer Sprache erhältlich.

 

Tardi/ Malet – 120 Rue de la Gare
Edition Moderne, 192 Seiten

David B. – Die heilige Krankheit (Zwei Bände)
Edition Moderne, 378 Seiten, 24 €

Zum Schluß keine Neuheiten, aber zwei sehr absolute Klassiker zum –  aufgrund des 30jährigen Verlagsjubiläum der Edition Moderne – reduzierten Preis.

 

Release-Party mit Calle Claus und seinem Comic ‚White Line‘.

Am 8. November um 19.00 Uhr findet bei uns die Release-Party zu Calle Claus‘ neuem Comic ‚White Line‘ statt. Mit an Bord natürlich der Künstler selbst, der sein Buch vorstellen und auch signieren wird und Felix Gebhard, der ab 20.30 Uhr kleine Instrumentalstücke für elektrische Baritongitarre spielen wird.
Der Eintritt ist frei.

White Line – eine Mystery-Graphic Novel von Calle Claus

„Ein missglückter Disco-Abend, nächtliches Kidnapping im Hafen, eine blutige Seeschlacht, mysteriöse Rituale am Strand einer einsamen Insel und eine jäh endende Romanze mit einer kapriziösen Katzenfrau– ein namenloser junger Mann durchlebt eine Reihe seltsamer Episoden, die sich nach und nach zu einem geheimnisvollen Ganzen fügen.“

Der Hamburger Comiczeichner Calle Claus („Die Schanzen-Babes“) legt mit „White Line“ seine bisher längste Comic-Geschichte vor. Ausgangspunkt seiner 144 Buchseiten starken „Mystery Graphic Novel“ ist eine 10-seitige Kurzgeschichte, die er 2006 für das Schweizer Comicmagazin „Strapazin“ zeichnete. Hier wurde ein junger Mann im Hamburger Hafen von seltsamen Wesen in Kapuzenmänteln gekidnappt. In tiefer Nacht fuhr ein Schiff mit dem Entführten an Bord elbaufwärts. Das Schicksal des Protagonisten blieb am Ende offen, ging seinem geistigen Vater aber nicht mehr aus dem Kopf. So entschloss sich Calle Claus schließlich, die ausufernde Odyssee seines Protagonisten zu Ende zu erzählen. Sechs Jahre, literweise Zeichentusche und ungezählte Pinsel später ist es soweit: Das Epos ist vollendet und freut sich auf seine Leser.

 

Ab 20.30 Uhr dann ein kleines Konzert: Nach dem Ende seiner langjährigen Band Home Of The Lame und dem ausgiebigen Ausloten klassischer Songwriting-Strukturen beschäftigt sich Felix Gebhard dieser Tage vornehmlich mit eher experimentellen Formen des Musikmachens. Fragmente für elektrische Baritongitarre sind minimalistische instrumentale Musikstücke für Baritongitarre und Effektpedale. Stilistisch irgendwo zwischen Neil Young, Ennio Morricone und Douglas McCombs.

In Kooperation mit dem Verlag Edition 52

Comicpräsentation „Im Land der Frühaufsteher“

Am 25. Oktober um 19.30 Uhr  sind Paula Bulling und Salissou Maman Oumarou bei uns im Laden zu Gast und stellen ihr Comic vor.
Der Eintritt ist frei.

„Im Land der Frühaufsteher“ hat in den letzten Wochen trotz oder wegen der Thematisierung des gesellschaftlichen und institutionellen Rassismus ein außergewöhnlich großes Medienecho erzielt. Das Buch zeichnet sich insbesondere durch intensive Recherche und die ausgeprägte Reflektion der eigenen Rolle als Beobachterin und weiße Person aus. Paula Bulling beschreibt mit ihren Skizzen den rassistischen Normalzustand in unserer Gesellschaft und die Situation von Asylbewerber_innen in Sachsen-Anhalt. Sie wird bei ihrem Besuch in Hamburg begleitet von Salissou Maman Oumarou, der an der Entstehung des Buches direkt beteiligt war.

Eine Leseprobe des Buches findet ihr hier.

Georg Seeßlen in der Jungle World über „Das Land der Frühaufsteher“.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem avant-verlag.

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