SitPub am 16.9.: Entenhausen und die Zeit – seriell oder parallel?

Datum: 16.09.2026 19:00 bis 16.09.2026 21:00
Ort: Mathilde Bar, Kleine Rainstrasse 11, 22765 Ottensen, Hamburg

Die Erforschung des Duck-Universums – jener Welt also, über die Carl Barks und Erika Fuchs zwischen den 1940er und 1970er Jahren im Rahmen ihrer begrenzten Auffassungsgabe berichteten – stellt seit mehr als fünf Jahrzehnten eine wissenschaftliche Herausforderung dar, der sich die Donaldisten mit bemerkenswerter Beharrlichkeit widmen.

Der Vortrag befasst sich mit der Frage nach dem Zeitprozess in Entenhausen. Liest man die einzelnen Berichte isoliert, scheint die Zeit kontinuierlich voranzuschreiten. Betrachtet man jedoch das Gesamtwerk, so verschwindet dieser Eindruck weitgehend. Zwar gibt es strukturelle Veränderungen, die dauerhaft Bestand haben – etwa den erstmaligen Auftritt Gundel Gaukeleys oder anderer Figuren –, doch erinnern sich die Bewohner Entenhausens nie an konkrete frühere Versuche der Panzerknacker, das Vermögen des Bankiers Dagobert Duck an sich zu bringen. Solche Beobachtungen sprechen dafür, die einzelnen Berichte nicht als zeitlich serielle, sondern vielmehr als zeitlich parallele Entwicklungen in Entenhausen zu interpretieren.

Hans von Storch, Jahrgang 1949, wurde zunächst in den 1960er Jahren donaldisiert, bevor er sich dem Donaldismus in den 1970er Jahren mit wachsender Ernsthaftigkeit widmete. Entscheidenden Einfluss hatten dabei dänische und norwegische Donald-Magazine, die er im Københavner Fachgeschäft Fantask entdeckte und schätzen lernte. Von 1976 bis 1985 gab er die Fachzeitschrift Der Hamburger Donaldist heraus, die anschließend unter dem Titel Der Donaldist fortgeführt wurde. Dass in der Begründung für die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes im Jahr 2019 die Pionierleistung des Imports des Donaldismus aus Skandinavien unerwähnt blieb, ist bemerkenswert.

Ablauf
_19:00 Ankommen
_19:30 Vortrag und Dialog
_20:30 Austausch bei Getränken

Mehr Infos hier.

Lesung und Buchvorstellung: „Entenhausen. Die ganze Wahrheit“ mit PaTrick Bahners

Wir freuen uns, am Montag, den 2. Juni 2014 um 19 Uhr, Patrick Bahners, den New Yorker Kulturkorrespondenten der FAZ, bei uns zu Gast zu haben. Er wird an diesem Abend sein Buch „Entenhausen. Die ganze Wahrheit“ vorstellen. Der Eintritt ist frei.

Auf den ersten Blick vielleicht etwas ungewöhnlich für uns, denn es geht dabei nicht um Graphic Novels oder Underground Comics, sondern um Donald Duck und Carls Barks. Wir empfehlen aber allen, einmal den Blick über den Tellerrand zu wagen und sich auf den unterhaltsamen und spannenden Vortrag einzulassen. Alle eingefleischten Donaldisten werden sich den Abend eh nicht entgehen lassen.

Wir wissen viel mehr über die Bewohner Entenhausens, als unsere Schulweisheit sich träumen lässt. Wie halten sie es mit der Religion? Ist Entenhausen eine Demokratie? Wie ist dann aber die Verehrung zu erklären, die adlige Müßiggänger wie der Graf von Gondola genießen? Warum heißt die Stadt überhaupt nach den Enten, wenn die Ducks und ihre Artgenossen dort nur eine kleine Minderheit sind? Weshalb fürchtet sich Dagobert Duck vor der Panzerknacker AG? Könnte er nicht einfach die Aktienmehrheit an ihrer Gesellschaft erwerben?
PaTrick Bahners erzählt von den Helden der Entenhausener Geschichte seit dem Stadtgründer Emil Erpel und schildert die Pioniertaten der Entenhausener Wissenschaft von der Raumfahrt bis zur Gentechnik. Der Autor nimmt sich Donald Duck zum Vorbild, der unter dem Motto „Ich versteh von allem was!“ Ruhm in allen Quizsendungen von Funk und Fernsehen sammelt. Bahners hat in dreißig Jahren an der vordersten Front der donaldistischen Forschung kühne Hypothesen in die Welt gesetzt: Er wies nach, dass Donald Duck Wagnerianer ist und entlarvte Oma Duck als Adeptin der Schwarzen Magie nach allen Regeln der Hexenforschung. Aber Bahners versteht auch etwas von Erdbebenursachen, vom Steuerrecht und von der Einrichtung des Hirnkastens bei Drillingen.
Großzügige Abbildungen laden den Leser ein, seine eigenen Lösungen der Entenhausener Welträtsel zu finden. Der Donaldismus erweist sich in diesem Buch als Leitwissenschaft für Selbstdenker: lustig, bunt und spannend.

PaTrick Bahners ist Kulturkorrespondent der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ in Entenhausen, mit Nebensitz in New York. Bis 2012 leitete er das Feuilleton der Zeitung. Zuletzt erschien von ihm bei C.H.Beck Die Panikmacher. Die deutsche Angst vor dem Islam (2011).